|
(c) Pester Lloyd / 49 - 2009
KULTUR 01.12.2009
Unzerstückelt
Pécs erwarb günstig eine einzigartige Sammlung von Zsolnay-Porzellan
Der Stadt Pécs ist der Erwerb einer großartigen Sammlung mit Stücken aus dem Hause der berühmten Porzellan- und Keramikwerkstatt Zsolnay von einem
Sammler gelungen. Die Kollektion umfasst insgesamt 600 historische Stücke, überwiegend die berühmtem Vasen aus allen Epochen des Schaffens der Manufaktur.
 |
Die Werke hat man vor kurzem für 1,3 Millionen EUR von dem ungarischstämmigen
Sammler László Gyugyi (Foto) erworben, der als Elektrofachmann im amerikanischen Pittsburgh lebt und seit über vierzig Jahren Zsolnay-Porzellan
sammelt. Der Kaufpreis entspricht nur ungefähr der Hälfte des tatsächlichen Wertes der Sammlung, doch Gyugyi sagte, dass es ihm wichtiger sei, die Sammlung
zusammen zu halten. Seine zwei Söhne wohnen weit von ihm weg und er will nicht, dass die Sammlung nach seinem Tod zerstückelt auf etliche amerikanische Museen
verteilt wird. Im Laufe des Dezembers wird die einzigartige Sammlung in Pécs erwartet, ab September 2010 soll sie dann in einer ständigen Ausstellung zu sehen sein.
Mit der Gegenwart von Zsolnay hat die Stadt indes weniger Glück. Bereits ein
zweiter Privatisierungsversuch eines 49-igen Minderheitsanteils blieb erfolglos. Es gab zwar ein Gebot für die Ausschreibund, dass wurde aber vor Ultimo wieder
zurückgezogen. Zsolnay bräuchte eine Kapitalspritze von mindestens 5 Mio EUR, um die Produktionsstätten wieder konkurrenzfähig zu machen. Außerdem sollte mit
einem Investor das Gelände um die alte und weltweit berühmte Fabrik zu einem Kultur-Quartier ausgebaut werden, eines der Schlüsselprojekte der Kulturhauptstadt 2010.
Bisher stehen dafür nur die Hälfte der Mittel zur Verfügung. Die Stadt Pécs will
durch den Einbehalt der Mehrheit an Zsolnay verhindern, dass von einem Käufer nur die Marke und das Know how sowie alte Models gefleddert werden, die Produktion
und der unverwechselbare Charakter Zsolnays aber verloren gehen könnten. Für solche fast karitative Bedingungen, fand sich bisher noch kein ernsthafter Investor.
In Kooperation mit
KOMMENTAR IM GÄSTEBUCH ABGEBEN
|