|
(c) Pester Lloyd / 52 - 2009 KULTUR 21.12.2009
Vorwiegend heiter
Der Budapester Opernball ist ab 2010 wieder in hauseigener Regie
Bei einem Gespräch mit dem Pester Lloyd, erklärte der Generaldirektor der Ungarischen Staatsoper, Lajos Vass, seine Entscheidung, den Opernball, diesmal
am 13. Februar 2010 stattfindend, wieder in eigener Regie durchzuführen. Gar zu sehr war dieser kommerzialisiert und in immer gleichen Ritualen erstarrt.
Befragt nach den neuen Intentionen des Hausherrn
und seiner Mitarbeiter, brachte der Intendant die Hoffnung zum Ausdruck, dass 2011 das neue Gesicht dieser Veranstaltung mehr als noch in diesem Jahr kenntlich werden wird. Besonders
hoffnungsvoll war er nicht, dass die ungarischen Politiker, ähnlich wie beim Opernball in Wien, diese Veranstaltung auch für sich nutzen würden. Vielleicht habe das ungarische Volk in diesen
Zeiten auch wenig Verständnis für solche Präsentationen, meinte er.
Immerhin beabsichtige er, den gerne kommenden
Gästen, Ausgezeichnetes zu offerieren: so werden Ildikó Komlósi, Sopran, und José Cura, Tenor aus Argentinien, als Stargäste erwartet. Letzterer wird dirigieren und auch singen, wurde jedenvalls
von Lajos Vass versichert. Die Gastronomie soll weiter integrierter Teil des Erlebnisses Opernball bleiben. „Die Wiener Würstel sind für unser schönes Haus wohl nicht das
Rechte…”, meint er verschmitzt lächelnd. (beim Wiener Opernball isst man traditionell vorher außerhalb, am Ball selbst gibt es dann "nur" Würstel, Austern und andere Snacks.)
Deshalb werden am 27. 12. im Hause selbst führende Budapester Gastronomen eine
Probeverkostung ausrichten. Der Beste bekommt den Zuschlag. Das „Gundel” - der bisherige Gastro-Partner – bekommt auch eine Chance. Ein Wettbewerb für
Barpianisten findet zu eben diesem Zweck ebenfalls statt. Man will keine Wiener Kopie, ein wenig heiterer wünsche man sich die Atmosphäre allerdings schon. Ganz bewusst
greife man aber die Erfahrungen der Nachbarn für die Jugend auf. Der Ballsaal der Oper stehe am Tag danach für eine Spezial-Aufführung von „Hänsel und Gretel”
(ungarisch: „Jancsi und Júliska”) etwa 1000 Kindern von sozial benachteiligten Familien offen.
www.opera.hu
-red
In Kooperation mit
KOMMENTAR IM GÄSTEBUCH ABGEBEN
|