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(c) Pester Lloyd / 01 - 2010  WIRTSCHAFT 05.01.2010

 

Heiße Luft entwichen

Der künstlich aufgepumpte Neuwagenmarkt in Ungarn ist 2009 zusammengefallen

Wenn ein Hersteller mit Verkaufsrückgängen von 30% Marktführer bleibt, dann muss wirklich Krise herrschen. Suzuki jedenfalls ist und bleibt die erfolgreichste Marke auf einem fast nicht mehr wahrnehmabren ungarischen Neuwagenmarkt 2009. Die Zulassungszahlen rauschten um 60% gegenüber 2008 nach unten und für 2010 ist keine Besserung in Sicht. Stagnation gilt schon als Erfolg.

2008 wurden insgesamt etwas über 61.000 neue PkW in Ungarn angemeldet, im Vorjahr waren es noch 150.000, obwohl man auch schon im Vorjahr jammerte. Auch bei SUV und LkW lagen die Rückgänge mit über -50% in dramatischen Bereichen. Der gesamte Fahrzeugmarkt (neu) wies 2009 ein Ergebnis von 72.861 verkauften Einheiten aus, Minus 59%.

Der hohe Einbruch, vor allem bei den PkW ist weniger der Kaufzurückhaltung der Ungarn zuzuschreiben, sondern der Kaufunfähigkeit, denn fast 70% der Autokäufe der letzten Jahre wurden auf Pump finanziert, 2008 waren es sogar 90%. Der Crash der Fremdwährungskredite machte mindestens jeden zehnten Ungarn - zumindest temporär - zahlungsunfähig, der Rest sieht zu, dass er überlebt. Banken mauern bei Neufinanzierungen, etliche Finanzierer stellten ihre Tätigkeit ganz ein. So gesehen, bewegt sich der Neuwagenmarkt nun eher im realistischen Bereicht der Barkäufer, die sich Autos überhaupt leisten können, - warum auch immer.

Suzuki ist mit nur 8.112 verkauften PkW klarer Marktführer in Ungarn (bereits zum dreizehnten Male in Folge) und hält einen Marktanteil von 13,5% (vorher 16,2). Die meisten der verkauften Wagen kamen aus heimischer Produktion im Werk von Esztergom, darunter 2.209 Splash, 3.084 SX4 und 2.480 Swift, nur 339 wurden aus Japan importiert, meist Grand Vitara und Jimny-Modelle.

Die Händler jammern zwar, aber viel weniger als die Statistik vermuten ließe. Denn etliche von ihnen profitierten nicht wenig von der österreichischen, der slowakischen, vor allem aber von der deutschen Abwrackprämie und konnte etliche Verkäufer an Ausländer tätigen, die, durch die ausländischen Nummernschilder natürlich nicht in der ungarischen Statistik der Zulassungen auftauchen.

Péter Erdéyli, Präsident des Verbandes Ungarischer Autoimporteure erwartet vom ersten Quartal 2010 überhaupt nichts Gutes und meint, dass eine Stagnation auf dem Niveau von 2009 schon fast als Erfolg zu verbuchen sei. Für die Händler fällt ja der Benefiz der ausländischen Verschrottungsprämien heuer weg. Im Bereich der Gebrauchtwagen schätzt man, dass rund 400.000 Fahrzeuge in Ungarn den Besitzer wechselten, ein Rückgang von rund 20%, wobei es hier sehr schwer ist, zuverlässige statistische Erhebungen zu machen.
 

 

 

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