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(c) Pester Lloyd / 01 - 2010  POLITIK 04.01.2010

 

Slowakei: "Geld lockte uns in die Falle"

Die Neujahrsansprache des Präsidenten der Slowakei und Reaktionen

"Ein größeres Selbstbewusstsein und geistigen Reichtum" wünschte der slowakische Staatspräsident Ivan Gašparovic den Slowaken in seiner Neujahrsansprache, die sehr salbungsvoll formuliert war und viel über die Rückkehr zu ethischen Werten enthielt.

Zu den bevorstehenden Wahlen sagte er: "Sie sind die Gelegenheit, die eigene Ansicht über die Gesellschaft, Politik sowie die Bedürfnisse der Menschen frei auszudrücken". Er versicherte, dass er, genauso wie die meisten Slowaken, politische Konflikte, Unrecht, Lügen, üble Nachreden und Betrug ablehne und forderte die Bürger gleichzeitig auf, mehr an ihre Familien zu denken. Überhaupt haben für ihn die "zwischenmenschlichen Beziehungen" 2009 am meisten gelitten.

Nachdenklich äußerte er sich über die wirtschaftliche Situation des Landes. "Wir haben zwar eine Marktwirtschaft, aber auch eine hohe Zahl an Arbeitslosen. Wir haben auch eine gewagte Sozialpolitik, aber auch eine nicht geringe Zahl an Obdachlosen. Viel Geld geben wir für das Schul- und Gesundheitswesen aus, aber mit dem Bildungsgrad und dem gesundheitlichen Zustand der Bevölkerung können wir nicht zufrieden sein", hielt Gašparovic fest. Im Stile einer Predigt geißelte er die Verlockungen des Geldes "was uns in die Falle lockte ist das Geld. Geld erhoben wir zum obersten Wert dieses Zeitalters, zum Herr über alles"... Die Slowaken als Volk sollten sich seiner Ansicht nach nicht unterschätzen. "Ich glaube nicht, dass wir ein weniger wertvolles Leben leben als die übrigen Europäer. Wir sollten selbstbewusster, entschiedener und zielstrebiger sein", appellierte er. "Das neue Jahr 2010 soll für uns besser, würdiger und sicherer als das alte Jahr sein", hielt er fest.

Die Reaktionen auf die Rede waren natürlich geteilt, viele lobten die "Humanität" in seinen Worten, die nationale Rechte SNS lobte dne Präsidenten am lautesten dort, wo er nationale Gefühle und familiäre Werte betonte, die regierenden Sozialdemokraten Smer wiesen Kritik an der Sozialpolitik zurück, fühlten sich ansonsten aber bestätigt. Die Vertreter der ungarischen Minderheit, SMK, nannten die Rede das "Werk eines alten Präsidenten ohne neue Ideen.", die Christdemokraten von der KDH schlossen sich vielen Forderungen an, vermissten aber mehr Kritik an der Korruption und der "derzeitigen Skandalregierung". Premier Fico kündigte noch kurz vor Silvester eine radikale Zusammenlegung von Ministerien an. Offiziell um effizienter regieren und vor allem Geld sparen zu können, doch Kritiker sehen in der Maßnahme eher den Versuch einer weiteren Machtkonzentration, daher verweigerten die Koalitionspartner vorerst ihre Zustimmung.

Zum Thema:

Slowakei - Tschechien - Ungarn - Polen

 

 

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