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(c) Pester Lloyd / 01 - 2010  WIRTSCHAFT 07.01.2010

 

Zahlen der Krise

25% mehr Arbeitslose und 30% mehr Firmenpleiten in Ungarn als vor einem Jahr

Die Zahl der Firmen, die 2009 Insolvenz anmelden mussten oder in selbige geschickt wurden, betrug, nach ersten Erhebungen der Firmenauskunftei Opten, über 15.000, was fast ein Drittel mehr als 2008 bedeutet. Die Zahl und monatliche Entwicklung der Insolvenzen und Pleiten läßt Opten schließen, dass "die Krise in eine Verlängerung geht", auch andere Indikatoren weisen darauf, dass man "im ersten Halbjahr keine Verbesserung" der Lage erwarten sollte.

Firmeninsolvenzen stiegen, mehr noch die Selbstaufgaben:

Besonders Besorgnis erregend ist der Umstand, dass die Firmen, gegen die ein Insolvenzverfahren eingeleitet wird, immer größer, also umsatzstärker werden. Das bedeutet auch, dass die Zahlungsausfälle durch unbezahlte Rechnungen steigen, was sowohl das Steueraufkommen des Staates verringert als auch Lieferanten und Subunternehmer in Mitleidenschaft zieht.

Die Zahl der Firmenschließungsanträge durch Eigentümer von Firmen stieg im vergangenen Jahr auf fast 14.000 und damit um erhebliche 44% zum Vorjahr. Opten sieht diese Entwicklung jedoch eher positiv, zeige sie doch, dass es genügend verantwortungsvolle Unternehmer gibt, die ihre Firma aufgrund schlechter Geschäftsaussichten lieber schließen als an die Wand fahren zu lassen. Man könnte freilich auch von Cleverness sprechen, in dem man sich aus dem Staub macht, bevor noch Verbindlichkeiten anhängig werden können. Opten resümiert denn auch, dass die Firmenstruktur in Ungarn immernoch so beschaffen ist, dass eine Firma relativ problemlos in Liquidation gehen und "Geschäftspartner in Schwierigkeiten bringen kann, ohne selbst ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen." Erstmals seit der Wende wurden in einem Jahr weniger Firmen neu angemeldet als im Jahr zuvor. 2009 waren es 47.000 Neugründungen, 2008 noch 48.500.

Arbeitslosigikeit in Ungarn bei 10,5% - über 11% werden erwartet:

Ungarns durchschnittliche Arbeitslosenrate in den Monaten September bis November lag, laut Statistischem Zentralamt bei 10,5% und erreichte damit den höchsten Stand seit 1994. Im Vergleich zu den Monaten August bis Oktober stieg die Zahl der Arbeitslosen nochmals um 5.500, im Vergleich zum Vorjahr waren 115.000 Menschen ohne Job mehr als arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenrate stieg bei Männern mit 3,1 Prozentpunkten stärker als bei Frauen, 2,3 Punkte. Die Beschäftigtenrate stagniert auf niedrigstem Niveau (55,1% bei den 15-74jährigen), d.h. 3.78 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter in Ungarn sind ohne regulären Job. In der Gruppe der 15-64jährigen liegt die Beschäftigungsrate bei gut 62%. Die Zahl der Beschäftigten fiel in dieser Gruppe binnen eines Jahres um 118.000 auf 3,757 Mio. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt offiziell 19,4%, allerdings ist die Zahl der Unbeschäftigten in der Gruppe der 15 bis 24jährigen mit 27,7% ebenfalls dramatisch, das sind 7,3 Punkte mehr als im Vorjahr. Für 2010 wird keine Erholung auf dem Arbeitsmarkt prognostiziert, im Gegenteil, Volkswirtschaftler erwarten einen weiteren Anstieg auf über 11%.
 

 

 

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