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(c) Pester Lloyd / 02 - 2010  GESELLSCHAFT 13.01.2010

 

Fremdgesteuert am Tresen

Umfrage zu Alkoholkonsum in Ungarn: Schuld sind immer die anderen

Alle halbe Jahre wieder erfreut uns die ungarische Tochter des Brauereigiganten Heineken mit neckischen Statistiken über ihre jüngere Kundschaft. Auf einer Webseite mit dem programmatischen Namen "Wo ist die Grenze?" www.holahatar.hu, will die Brauerei nicht etwa selbige zur maximalen Profitsteigerung ausloten, sondern "social responsibility" demonstrieren. Wer´s glaubt...

Heineken sponsert u.a. das Balaton Sound Festival und liefert die Liegen, um sich seinen Rausch auszuschlafen gleich mit Logo, damit man auch nicht vergisst, wem man selbigen verdankt..., Foto: Balaton Sound Festival 2009, sziget.hu

In verschiedenen Umfragen versucht man, den Gründen für übermäßigen Alkoholkonsum auf die Spur zu kommen, um regelmäßig feststellen zu können, dass nicht der Alkohol selbst das Übel ist, sondern soziale Schieflagen, fehlende Selbstkontrolle und -beherrschung. Ob ein Kalkül dahinter steckt? Schließlich könnte die sorgsame Bemutterung der jungen Nachwuchssäufer dazu führen, dass so mancher umso lieber zu einem Heineken greift, weil er sich umsorgt und aufgefangen fühlt? Wie auch immer, hier die neuesten Erkenntnisse aus dem Heineken Braukessel, die, liest man sie gründlich, weiten Interpretationspielraum zulassen.

Exzessiver und häufiger Alkoholkonsum können gesundheitsschädlich sein, finden mehr als die Hälfte der Teilnehmer der neuesten Befragung. Nicht ganz unbedeutende 46% hingegen fanden, "dass der Konsum von Alkohol nicht gefährlich ist". Man könne, so Heineken, die jungen Erwachsenen, die an der Studei teilgenommen haben in drei Gruppen einteilen. 35% von ihnen konsumieren mindestens einmal in der Woche alkoholische Getränke, 25% ca. einmal im Monat, 30% seltener als einmal monatlich. Die Resultate der Befragung zeigten, dass das Ziel der Trinkerei und damit der "Grad der Verantwortlichkeit irgendwo zwischen ein bisschen beschwippst und betrunken liegt." Na Prosit. Immerhin 1.500 nahmen an der Fragerei teil, 18% gaben frank und frei zu, sich ab und an auch mal ziemlich sinnlos zuzuschütten.

90% meinten, es ist die Sache jedes Einzelnen, verantwortlich mit Alkohol umzugehen. Exzesse gäbe es hingegen meistens "wegen der Athmosphäre und der Begleitung", sagten 76%. 39% beschwerten sich im gleichen Atemzug über ihre Freunde, die sie zum saufen anstiften würden. 78% meinten außerdem, dass familäre Probleme oder Stress in der Beziehung zum Suff führen könnten, ebenso aber Geldnot und Trouble am Arbeitsplatz. Heineken sieht hier einen gegenläufigen Mechanismus am Werk, einerseits sagen fast alle, dass man es selbst in der Hand hat, geht die Party aber erstmal zu weit, waren immer andere Personen oder Umstände schuld. Heineken behauptet nach diesen "ernüchternden" Ergebnissen noch frech, dass die Zahl "verantwortungsvoller" Trinker unter den jungen Ungarn steige.

Wer genauer wissen will, was, warum und wieviel getrunken wird, sollte sich mit der vorherigen Heineken-Studie befassen: "Von Kampftrinkern keine Spur" - Heineken untersuchte die Trinkgewohnheiten junger Ungarn und fand kaum Erschreckendes

Mehr dazu auch unter: www.holahatar.hu oder www.heinekenhungaria.hu
 

 

 

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