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(c) Pester Lloyd / 03 - 2010  POLITIK 19.01.2010

 

65. Jahrestag der Befreiung des Ghettos in Budapest

Am Montag, 18. Januar, beging man in Budapest den 65. Jahrestag der Befreiung des jüdischen Ghettos in der ungarischen Hauptstadt. An der Großen Synagoge in der Dohány Straße im VII. Bezirk fand eine Gedenkveranstaltung statt, bei der neben dem Oberbürgermeister der Stadt, Gábor Demszky und dem ehemaligen Oberrabbi der jüdischen Gemeinde, József Schweitzer, auch der sozialistische Spitzenkandidat Attila Mesterházy, der evangelische Bischof Péter Gancs und andere Vertreter des offiziellen Ungarns teilnahmen.

Rabbi Schweitzer sagte, dass "sich künftige Generationen an die Schrecken des Holocausts erinnern müssen". Sie sollten aber auch etwas über "die Schönheit des jüdischen Lebens" in Budapest erfahren. "Wir erinnern uns heute auch jener, die uns geholfen haben und dabei ihr Leben riskierten." sagte Schweitzer und meinte damit sowohl Diplomaten "als auch ganz einfache Menschen".

Das Holocaustdenkmal von Imre Varga an der Budapester Synagoge

Die Rote Armee befreite am 18. Januar 1945 die Straßenzüge des VII. Bezirks (Dohány, Kertész, Király Straße sowie Károly Ringstraße), die von deutschen und ungarischen Nazis zum Ghetto gemacht wurden und in dem mehr als 70.000 Menschen unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten. Man schätzt, dass ungefähr die Hälfte der damals rund 200.000 Budapester Juden in den Vernichtungslagern der deutschen Faschisten und unter tätiger Mithilfe der ungarischen Pfeilkreuzler ums Leben kamen. In den letzten Jahren nahm der Antisemitismus in Ungarn wieder hör- und sichtbar zu.
 

 

 

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