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(c) Pester Lloyd / 03 - 2010  POLITIK 19.01.2010

 

Umstrittene Eigenlob-Kampagne der ungarischen Regierung

Die ungarische Regierung startet eine Kommunikationskampagne, die "der Bevölkerung erklären soll, was die Regierung zur Verbesserung ihres Alltagslebens geleistet hat.", sagte Regierungssprecher Domokos Szollár gestern vor Pressevertretern. Die zweiwöchige Plakat- und Anzeigenkampagne soll sowohl in landesweiten Zeitungen als auch online unter dem Motto "Mehr als nur Krisenmanagement" verbreitet werden. Zu den Errungenschaften, die dargestellt werden sollen, zählen u.a. die Sicherung von Arbeitsplätzen durch Konjunkturprogramme, die Stabilisierung des Forint, die auch zu Zinssenkungen geführt hat und die "Sicherheit von Bankkunden" binnen eines Jahres erhöht habe. Auch die öffentliche Sicherheit wurde gesteigert, sagte der Regierungssprecher.

Die Opposition vom Fidesz sieht in der Kampagne eine unbotmäßige und einseitige Wahlkampfhilfe für die Sozialisten (die MSZP regiert in Minderheit, etwa die Hälfte des Kabinetts sind MSZP-Mitglieder, die anderen parteilose "Experten"). Der Vizechef des Fidesz, László Koszorús, sagte, dass die "Unverschämtheit des sozialistischen Kabinetts keine Grenze mehr kennt". Die Sozialisten seien für eine Schrumpfung der Wirtschaft um 8% und die Abschaffung von Familienbeihilfen verantwortlich, hätten "alles gestohlen, was sie in die Hände bekommen konnten", und finanzieren nun eine 100 Million Forint-Eigenwerbung aus Steuermitteln. Man hätte das Geld lieber für Mahlzeiten für Kinder, Gehälter für Feuerwehrleute oder anderes spenden sollen. Die Regierung gibt die Kosten für die Kampagne mit 94 Millionen Forint netto, etwa 350.000 EUR an.
 

 

 

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