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(c) Pester Lloyd / 04 - 2010 WIRTSCHAFT 25.01.2010
Langsam und gespalten
Die EBRD-Wachstumsprognose für Osteuropa 2010
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, EBRD, hat ihre Wachstumsprognosen für Osteuropa 2010 in einigen Fällen nach oben korrigiert.
So wird vor allem in der Türkei, in Polen sowie in Russland und Kasachstan mit einem höheren Wirtschaftswachstum gerechnet als noch vor wenigen Monaten.
Im Baltikum und in Ungarn wird die Wirtschaft jedoch weiter schrumpfen.
Insgesamt ist die Aufwärtsbewegung jedoch
bescheiden und langsam, im Falle des Baltikums, Ungarns und einigen anderen Ländern wird von einem nochmaligen Schrumpfen der Wirtschaftsleitung ausgegangen.
Hauptquartier der Multinationen-Bank EBRD in London
Der Chefvolkswirt der EBRD, Erik Berglof, sieht
vor allem, dass die "Banken einer vorsichtigen Kreditpolitik folgen werden. Steigende Abschreibungen von faulen Krediten belasten immer noch die Bilanzen und hemmen
die Möglichkeiten der Banken, Gelder für die Erholung von der Krise bereitzustellen."
Konkret sieht die EBRD für Mitteolsteuropa inkl. Baltikum 2010 ein Wachstum von
1,4%, allerdings wird die Wirtschaft in den baltischen Ländern und Ungarn 2010 nochmals schrumpfen. Polen, die Slowakei und Slowenien hingegen profitieren von
der Erholung in der Eurozone und ihrer "tiefen Integration" in den westlichen Produktionsprozess. Außerdem war der Rückgang der Binnennachfrage in diesen
Ländern nicht so dramatisch wie anderswo.
Auf dem Balkan ist die Lage ebenfalls gespalten. Während Serbien und Mazedonien
von sich erholenden Stahlpreisen profitieren könnten und sich die Türkei über ein Upgrade im Rating von wichtigen Agenturen freuen kann, was zu einem Zufluss an
Investitionen führen wird, wird die Erholung in Rumänien und Bulgarien vor allem durch die restriktive Steuerpolitik behindert. Positiver sieht es weiter östlich aus,
z.B. für Russland und Kasachstan, denen ein Wachstum von 3.5% und 4% zugetraut wird, Aserbaidschan soll sogar um 9% zulegen. Der Grund dafür liegt auch in der
Rückkehr der Investitionslust internationaler Player.
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