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(c) Pester Lloyd / 05 - 2010
POLITIK 03.02.2010
Tonbänder der ungarischen Stasi rekonstruiert und übergeben
Noch ist nicht entschieden, was mit dem Inhalt der 18 Tonbänder geschehen wird,
die zuerst für unbrauchbar deklariert, nun aber von Experten rekonstruiert wurden. Sie enthalten Gesprächsprotokolle von Sitzungen der ungarischen Stasi aus der
Vorwendezeit und sollen viele Klarnamen von Spitzeln offenbaren können. Insgesamt besteht das gerettete Material aus 40 MB Daten oder umgerechnet 10.000
Schreibmaschinenseiten, wie ein hoher Mitarbeiter des Nationalen Amtes für Sicherheit mitteilte, dem die Datenpakete jetzt von den beauftragten IT-Experten
übergeben wurden. Er betonte dabei, dass die IT-Experten die Daten überspielt haben "ohne den Inhalt anzuschauen".
Die Bänder sorgen seit Monaten für innenpolitische Diskussionen. Insgesamt ist der
Umgang des Nachwende-Ungarn mit seinem Stasierbe mit "restriktiv" noch wohlowllend beschrieben. Es gibt Forderungen, die Daten gänzlich der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Andere warnen vor einer Schlammschlacht, vor allem in Wahlkampfzeiten. Im Raum steht die Aufarbeitung durch eine Historikerkommission
oder der Verschluss aus Gründen der nationalen Sicherheit. Unter diesem Label stehen sie derzeit, danach könnten sie bis 2060 unter Geheimhaltung bleiben. Eine
endgültige Entscheidung will das Kabinett bis Mitte Februar treffen. Die Regierung will sich erst noch Rat bei Experten im Umgang mit solchem Material in anderen ehemaligen Ostblockstaaten holen, hieß es.
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