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(c) Pester Lloyd / 06 - 2010  WIRTSCHAFT 11.02.2010

 

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Nachrichten aus der Öl- und Gasbranche in Ungarn

I MOL will sich von russichem Großaktionär freikaufen

Die ungarische MOL ergreift nun aktiv Schritte, um den russischen Gaskonzern Surgutneftegaz als Großaktionär los zu werden. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung Vedomosti befindet sich das Management der MOL in direkten Verhandlungen mit Surgut, um deren Aktienpaket an der MOL von 21,2% zurückzukaufen.

Surgut hatte das Paket vor einem Jahr der österreichischen OMV abgekauft, nach dem die keine Möglichkeit mehr sahen, ihren Plan einer Übernahme der MOL umzusetzen. Der ungarische Staat hatte dem durch eine "Lex MOL" einen gesetzlichen Riegel vorgeschoben, der beinhaltet, dass die Stimmrechte eines Einzelaktionärs, unabhängig von der Größe seines Aktienanteils, auf 10% beschränkt wurde und dem Management Vetorechte eingeräumt, Maßnahmen, die zwar bei den Wettbewerbshütern der EU reklamiert, aber letztlich von dort nicht beeinsprucht worden sind.

Der 21%-Anteil hat einen Wert von rund 1,4 Milliarden Euro. Surgut wollte, so wurde unterstellt, mit dem Anteilserwerb Druck auf die MOL ausüben, um diese zur Abgabe ihres 47%igen Anteils an der INA in Kroatien abzugeben. Bisher lehnte die MOL eine Abgabe des Kroatiengeschäftes aber definitiv ab, für 2010 steht die Reorganisation der kroatischen Aktivitäten ganz oben auf der Agenda der MOL. Auch Surgutneftegas, ein unter Staatskontrolle befindlicher sibirischer Gaskonzern, wurde durch einen trick von der letzten Hauptversammlung ausgeschlossen, die MOL erklärte stets, die Russen seien ein mehr oder weniger unerwünschter Finanzinvestor, von einer strategischen Partnerschaft wolle man nichts wissen, das Engagement betrachtete man immer als feindlich. Offizielle Bestätigungen über Verhandlungen zum Aktienkauf gibt es von den Unternehmen nicht.

Hinter den Kulissen eines Deals - MOL-Surgutneftegas Teil I-III (April 2009)
 

II Erdgaspipeline zwischen Ungarn - Rumänien vor Fertigstellung

Da ungarische Unternehmen Földgázszállító, eine Tochter der MOL, meldet die Fertigstellung des 47 Kilometer langen ungarischen Teilabschnittes einer neuen Erdgaspipeline zwischen Ungarn und Rumänien. Die Investition dafür betrug 9 Milliarden Forint (ca. 33 Mio EUR), die Leitung soll bis zu 500.000 Kubikmeter Erdgas pro Stunde transportieren können und ist nun fertig für erste Probeläufe, allerdings fehlt noch der grenzüberschreitende Abschnitt, weil die Regierungsbehörden noch kein dafür notwendiges Abkommen fertiggestellt haben.

Die damit geschaffene Verbindung zwischen Arad und Szeged dient vor allem der Diversifizierung des bisher relativ einspurigen ost- bzw. südosteuropäischen Gasnetzes, was seine Nachteile vor allem beim langen Lieferausfall im vorletzten Januar offenbarte. Sie ist grundsätzlich dafür vorgesehen, Erdas aus Rumänien in Richtung Ungarn zu bringen, kann aber auch in die andere Richtung liefern, falls einmal nötig. Ähnliche Projekte sind mit Kroatien und der Slowakei in Arbeit. Auch die rumänische Seite, vertreten durch Transgaz, hat bereits 37 von 62 Kilometern auf rumänischer Seite fertiggestellt, die Kosten dort werden knapp 14 Mio EUR betragen. Beide Länder konnten für das Projekt jeweils rund 8,3 Mio EUR EU-Gelder generieren, deutlich weniger als die insgesamt 30 Millionen EUR, die theoretisch möglich gewesen seien. Als Grund dafür wird angegeben, dass das Projekt schon zu weit fortgeschritten war, als sich die EU-Quellen offenbarten.

Buhlen um Nabucco (Feb 2010)
Regierungschef von Ungarn bittet Ägypten um eine Beteiligung an Nabucco
Erdgas-Pipeline zwischen Ungarn und Kroatien ab 2011 (Jan 2010)
Ungarische South Stream Beteiligung unter Dach und Fach (Feb 2010)
Energiekooperation Slowakei - Österreich (Okt 2009)

III Öl aus Kasachstan wird nun über Polen fließen

Das für Ungarn und die Slowakei bestimmte Erdöl aus Kasachstan, das von dem Land wegen eines Lieferzwistes mit der Ukraine seit zwei Tagen zurückgehalten wird, soll nun über Russland und Polen, den Hafen von Gdansk, seinen bestimmten Weg finden. Das teilte KasTransOil am Donnerstag mit. Die Ukraine hatte Ärger mit Kasachstan und einen Durchleitungsvertrag einseitig gekündigt, weil Kasachstan Ölverschiffungen über den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa storniert hatte. Kasachstan bat nun den russischen Pipelinebetreiber Transneft das Erdöl entsprechend Richtung Danzig umzuleiten.

Kasachstan stoppt Lieferung von Erdöl an Ungarn und Slowakei (9.2.10)
 

 

 

 

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