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(c) Pester Lloyd / 06 - 2010  KULTUR 09.02.2010

 

Geschichte in Filmen und Plakaten

Eine Filmreihe im Goethe-Institut Budapest über Teilung und Wiedervereinigung

Die Einzigartigkeiten der deutschen Geschichte versucht das Goethe Institut in Kooperation mit dem Ungarischen Nationalen Filmarchiv durch eine Restrospektive nachzuzeichnen. Vom 12. Februar bis Mitte Mai werden in der chronologischen Reihenfolge ihrer Entstehung Filme gezeigt, die sich auf die geschichtlichen Geschehnisse von 1945 bis nach 1990 beziehen.

Die Filme beschäftigen sich mit der Teilung (Februar), DDR (März), BRD (April) und der langsamen Annäherung beider deutschen Teilstaaten (Mai) und werden im Örökmozgó Filmmuseum gezeigt. Gezeigt werden unter anderem „Unter den Brücken“ (Helmut Käutner 1945) als Eröffnungsfilm der Reihe und damit als Konflikt setzender und einführender Film kommenden Freitag. In historischer Reihenfolge der Entstehungsjahre werden Filme wie "Die Mörder sind unter uns", „Unser täglich Brot“, "Ich war neunzehn", „Spur der Steine“, „Sieben Sommersprossen“ und zum Beispiel „Die Ehe der Maria Braun“. Filme werden in deutscher Sprache mit ungarischen Untertiteln oder in Simultanübersetzung gezeigt. Zudem werden einmal monatlich Fachgespräche mit Experten organisiert, die sich mit dem jeweils in dem Monat thematisierten Ereignis auseinandersetzen und diskutieren.

In Ergänzung zu dieser interessanten Filmreihe gibt es seit dem 5. Februar im Haus des Stadtbezirksmuseums "Ferencvárosi Helytörténeti Gyüjtemény" eine Ausstellung mit dem Titel „Nostalgie - Ostalgie“. Gezeigt werden in drei großzügig geschnittenen Räumen ostdeutsche Filmplakate ungarischer Produktionen. Der Filmverkauf bzw. -verleih war rege unter den ehemals sozialistischen Staaten und Ungarn beliebt für seine animierenden, unterhaltenden und heiteren Produktionen. Gleichzeitg spiegeln die alten Plakate Mode- und Stildiktate des sozialistischen Realismus ebenso wie Ungarn-Klischées, die auch gesamtdeutsch sein könnten und den Spagat zwischen künstlerisch hoch ambitionierten und teils glänzend ausgebildeten Filmschaffenden und der sich überall festsetzenden Ideologie.

Während die Filmreihe des Goethe Instituts und des Ungarischen Nationalen Filmarchivs versucht die gesamte Zeitspanne von Teilung 1945 bis Annäherung und Wiedervereinigung wiederzugeben bzw. anhand der verschiedenen Filme mit jeweils unterschiedlichen Perspektiven, Ansichten, Fokussierungen und Meinungen ein realistisch differenziertes Bild zu zeichnen, ist letzteres ein Ansatz der Ungarisch - Deutschen Beziehungen zum einen und zum anderen das Verstehen ostdeutscher Kulturpolitik.

Katherin Wagenknecht

12. Februar bis 15. Mai 2010
Örökmozgó Filmmúzeum
Erzsébet krt. u. 39., 1074 Bp.
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