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(c) Pester Lloyd / 07 - 2010  WIRTSCHAFT 19.02.2010

 

Rückfall ist möglich

Ergebnisse und Aussichten für Wirtschaft und Arbeitsmarkt der Slowakei

Die Erholung der slowakischen Wirtschaft im Jahr 2010 soll deutlicher ausfallen als das slowakische Finanzministerium noch im Herbst 2009 annahm. Die Handelsbilanz ist positiv, das Volumen ließ aber um ein Fünftel nach. Der Arbeitsmarkt sucht immer noch die Talsohle, immerhin verbesserte sich die Auftragslage in der slowakischen Industrie zuletzt ein wenig.

Man geht in der Slowakei jetzt von einem BIP-Wachstum von 2,8 Prozent entgegen den zuletzt geschätzten 1,9 Prozent aus und folgt damit den verbesserten Prognosen der Auslandsmärkte, von denen die Slowakei, mehr als manchmal gesund, abhängig ist. Auf der anderen Seite wird jedoch der negative Einfluss der geschwächten Nachfrage der Haushalte erwartet. "Die negativen Risiken ergeben sich überwiegend aus der Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt", stellte das Institut IFP fest.

Slowakische Wirtschaft ging im 2009 um 4,7 % zurück

Die slowakische Wirtschaft ging im Vorjahr um 4,7 Prozent zurück. Im letzten vorjährigen Quartal ging die Wirtschaft um 2,7 Prozent zurück. Somit wurden Analytikerannahmen über die Verlangsamung des Rückgangs der slowakischen Wirtschaft bestätigt. Noch im Jahr 2008 wuchs die slowakische Wirtschaft um 6,2 Prozent, unter dem Einfluss der Krise sackte ihre Leistungsfähigkeit jedoch um 5,7 Prozent im ersten, um 5,5 Prozent im zweiten und um 4,8 Prozent im dritten Quartal ab.

Positive Handelsbilanz aber massiver Rückgang des Gesamtvolumens

Im November 2009 gingen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres die Gesamtexporte aus der Slowakei um 0,7 Prozent auf 3,86 Milliarden Euro und die Gesamtimporte um 9,3 Prozent auf 3,71 Milliarden Euro zurück. Die Außenhandelsbilanz brachte einen Überschuss von 150,9 Millionen Euro. Die Außenhandelsbilanz für den Zeitraum Januar bis November 2009 schloss mit einem Überschuss in Höhe von 1,31 Milliarden Euro ab. Die höchsten positiven Bilanzen verzeichnete die Slowakei im Handel mit Deutschland (1,43 Milliarden Euro) und Frankreich (1,24 Milliarden Euro). Die höchsten negativen Bilanzen erreichte die Slowakei im Handel mit Südkorea (2,34 Milliarden Euro), der Russischen Föderation (1,81 Milliarden Euro) und China (1,57 Milliarden Euro).

Aus der Slowakei wurden Waren im Wert von 36,46 Milliarden Euro exportiert. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2008 gingen die Exporte damit um 21,8 Prozent zurück. Von den bedeutendsten Handelspartnern gingen die Exporte nach Deutschland um 20,8 Prozent, Tschechien um 25 Prozent, Frankreich um 8,5 Prozent, Polen um 13,9 Prozent, Ungarn um 25,9 Prozent, Italien um 18,4 Prozent, Österreich um 20 Prozent, Großbritannien um 18,2 Prozent, in die Russische Föderation um 25,6 Prozent, die Niederlande um 22,6 Prozent und nach Spanien um 20,9 Prozent zurück.

In die Slowakei wurden Waren im Wert von 35,15 Milliarden Euro importiert, wobei die Importe um 25,2 Prozent zurückgingen. Von den bedeutendsten Handelspartnern gingen die Importe nach Großbritannien um 59,6 Prozent, Deutschland um 32,9 Prozent, Tschechien um 13,1 Prozent, in die Russische Föderation um 38,3 Prozent, nach Südkorea um 10,7 Prozent, China um 20,5 Prozent, Ungarn um 14,4 Prozent, Frankreich um 6,4 Prozent, Italien um 13 Prozent und nach Polen um 17,2 Prozent zurück.

Arbeitsmarkt sucht noch die Talsohle

Alle Experten warnen aber davor, dass ein Rückfall in der Industrie noch nicht gebannt ist. Daher wird sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt nur sehr langsam entspannen, ein so großer Ansteig wie 2009 wird aber nicht mehr erwartet. Die Unternehmen setzen momentan eher auf eine bis auf das Mindestmaß verringerte Belegschaft. Damit werden die Mitarbeiter mehr ausgelastet. "Gerade deshalb muss ein weiterer Produktionsrückgang nicht unbedingt mit Entlassungen einhergehen", hoffen die Analysten. Der Anstieg der Arbeitslosenrate höre in diesem Jahr jedoch bestimmt nicht auf. "Auch bei einem optimistischeren Verlauf wird in diesem Jahr auf dem Arbeitsmarkt noch nach der Talsohle gesucht. Und das auch trotz der Erwartungen einer allmählichen Erholung des diesjährigen Wirtschaftswachstums", hielt der Analytiker der Volksbank Slovensko Research Vladimír Vano fest.

Auftragslage in der slowakischen Industrie verbesserte sich im Dezember 2009

Im Dezember des Vorjahres nahmen die Auftragseingänge in der slowakischen Industrie zu und erreichten ein Volumen von 2,21 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Dezember 2008 stieg das Auftragsvolumen um 22,5 Prozent an, was die höchste jährliche Wachstumsrate im Jahr 2009 darstellt. Darüber informierte das Slowakische Amt für Statistik am Montag. Nach der Berücksichtigung der saisonalen Einflüsse stieg das Volumen der Neuaufträge in der Industrie im Dezember 2009 im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent. Für das gesamte Jahr 2009 ging das Auftragsvolumen der Industrie zwischenjährlich um 19,9 Prozent auf 27,16 Milliarden Euro zurück.
 

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