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(c) Pester Lloyd / 07 - 2010 BUDAPEST 19.02.2010
Genuss und Trend
Japanische Ess-Kultur und neuzeitliche Kreationen im Wasabi in Budapest
Mit Sushi verbindet man seit Jahren einen chicen urbanen Trend für Business-People und stylische Zeitgenossen. Mehr und mehr ergriff der Kult um
rohen Fisch und Reis jedoch fast alle Teile des Publikums, wenn auch die Qualität oft zu wünschen übrig lässt. Auch in Ungarn bahnte sich Sushi, zuerst
mühsam, seinen Weg und dies mit einem verblüffend, fast verdächtig niedrigem Preisniveau. Wir fanden ein Sushi-Lokal, das Preis und Qualität mit tollem Ambiente verbindet.
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Die Restaurant-Kette Wasabi, benannt nach dem unvermeidlich grünen, japanischen
Meerrettich, betreibt drei Filialen in Ungarn. In Budapest hat sich das Unternehmen, dessen Köpfe teils aus einer japanischen Familie bestehen, in der relativ gemütlich,
ruhigen Szépvölgyi út im dritten Bezirk niedergelassen. Das Wasabi Emblem ist modern und innovativ, mit einem original japanischen Restaurant rechnet eigentlich
niemand. Das ändert sich, wenn die Gäste die Räumlichkeiten betreten. Papierleuchten, dunkle Stühle aus Zedernholz und japanische Schiebetüren. Die
Designer aus Tokio haben sich Mühe gegeben und können stolz sein auf diese Kombination aus Schlichtheit, Schönheit, Harmonie und Sinnlichkeit, eine echte Erholung für die Augen.
Rollband und kalifornische Rollen
Was das Servieren der Speisen und die Speisen
selbst angeht, so geht das Wasabi einen anderen Weg. Den Weg der Mode und der Trends. Auf einem Rollband kommt das Essen angefahren und amerikanische Einflüsse sorgen
für außergewöhnliche, fast künstlerische Kreationen. Exemplarisch für diese Entwicklung steht die Kalifornische Rolle, eine nach urjapanischen Traditionen undenkbare
Zusammenstellung. Das sonst die Füllung umhüllende Seetangblatt (Nori), befindet sich hier in der Rolle selbst, der Reis klebt außen, innen ist es bunt. Dennoch, eines
lässt sich der japanische Koch, der sich eigentlich Bäcker nennt, nicht nehmen: japanische Sorgfalt und Einfühlungsvermögen bleibt unerlässlich.
Preiswerter Geheimtipp mit kleinen Fragezeichen
Die Symbiose von Rollkunst und pfiffigen Anrichtungsideen führt
zu dem Sushi, das in allen Großstädten Europas zu verzehren ist. Mit einem entscheidenden Unterschied, dem Preis. Das billigste Paket Sushi gibt es schon für 1000 Forint (3,70 EUR) und in
Verbindung mit dem edlen Ambiente, japanischer Musik und dem modernen Rollband ist das schon so billig, dass man sich beim Verzehren durchaus Gedanken über Herkunft, Ernährung und die
Biografie der Fischlein machen darf. Frisch ist hier aber alles, das lässt sich bei Sushi auch nicht vortäuschen, auch der Reis ist so, wie er sein soll, was man nicht überall sagen kann.
Sushi-Essen ist in Ungarn also zumindest kein Privileg für Geschäftsleute und
Trendsetter. Zumindest dann, wenn man sich mit dem europäischen Standardprogramm: Lachs, Butterfisch, Garnele und Thunfisch zufrieden gibt. Den
Magyaren war der Sushi auf Grund der Tatsache, dass roher Fisch gegessen wird, zunächst ziemlich suspekt, so stellt sich das Wasabi auf unterschiedlichste
Zielgruppen ein, zu denen immerhin 20% Ausländer und 10% Asiaten vor allem der zahlenmäßig recht starken chinesischen Community in Budapest gehören.
Tibor Wilhelm Benedek
Wasabi Sushi 3. Bezirk Szépvölgyi út 15 Telefon: 06-1-430-1056 Internet: www.wasabi.hu
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