|
(c) Pester Lloyd / 08 - 2010
NACHRICHTEN 22.02.2010
Naziaufmarsch und Gegendemo am 6. März in Budapest
Am 6. März haben ungarische Neonazi-Gruppen zu einem Aufmarsch auf dem
Budapester Heldenplatz aufgerufen. Sie wollen den "Tag der Ehre" nachfeiern, den Jahrestag eines militärisch aberwitzigen Ausbruchversuchs aus der Budaer Burg 1945, der am 13. Februar mangels Masse ausgefallen war.
Die Manifestation der extremen Rechten, zu denen auch Gruppen gehören, die aus
der "Ungarischen Garde" der für die Parlamentswahlen antretenden Partei Jobbik hervorgegangen sind, war zuerst von den Behörden untersagt worden. Ein Gericht
hob das Verbot, das mit diversen Verkehrsbehinderungen begründet worden war, jedoch wieder auf und genehmigte das Treffen, das bereits seit Jahren auf dem
symbolbeladenen Heldenplatz stattfindet und stets viele "Gäste" aus dem Ausland, Schaulustige, seltener auch Gegendemonstranten anzog.
Skurrile Rituale hinter Gittern vor den Schönen Künsten. Naziaufmarschgebiet
Heldenplatz in Budapest
In diesem Jahr soll das anders werden, linke, alternative, grüne und linksradikale
Gruppen riefen am Freitag zu einer breitangelegten Gegendemonstration auf, die in unmittelbarer Nähe zum Aufmarschgebiet der Nazis stattfinden wird, die Polizei hat
diese, laut der Organisatoren vom "Demokratischen Netzwerk", bereits genehmigt. Die Veranstalter erhoffen sich diesmal "etliche tausend Demonstranten", obwohl am
13. zu einer ähnlichen Veranstaltung nur rund 250 kamen.
Der Protest soll als eine Art stille Mahnwache organsiert werden, Beginn ist 13 Uhr
am Heldenplatz. Organisatorisch und personell unterstützt werden die ungarischen Antifaschisten angeblich auch von "linken Gruppen aus Dresden", wo es kürzlich
gelungen ist, vor allem auch mit Hilfe tausender Einwohner der Stadt, die Polizei dazu zu bewegen, einen genehmigten Aufmarsch von tausenden Neonazis in ihrer Stadt abzublasen.
Zum Thema:
Treffpunkt der Idealisten
Warum demonstrieren in Ungarn so wenig Menschen gegen Rechts?
Verbrecherehre
Neonazis treffen sich 65 Jahre nach Kriegsende zum “Tag der Ehre” in Budapest
DISKUTIEREN SIE ZU DIESEM THEMA IM GÄSTEBUCH
|