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(c) Pester Lloyd / 09 - 2010 WIRTSCHAFT 04.03.2010
Drehscheibe mit Überschuss
Wie Österreich durch Handel von seinen östlichen Nachbarn profitiert
Das österreichische Institut für Wirtschaftsförderung WIFO hat in einer Analyse einmal mehr dargestellt, wie sehr Österreich von der EU-Osterweiterung profitiert.
Konkret gemacht wird das auch und vor allem an der wachsenden Bedeutung Osteuropas für den österreichischen Außenhandel, der sich in zehn Jahren gen
Osten verdreifacht hat. Allerdings ist er in der Krise auch anfälliger als die Lieferungen nach Westen.
Das österreichische Institut für
Wirtschaftsförderung WIFO hat in einer Analyse einmal mehr dargestellt, wie sehr Österreich von der EU-Osterweiterung profitiert. Konkret gemacht wird das auch und vor allem an der wachsenden
Bedeutung Osteuropas für den österreichischen Außenhandel, der, so die Fachleute "erheblich zur Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft" beitrug. In den letzten 15
Jahren verdoppelte sich die österreichische Warenexportquote beinahe; mehr als ein Drittel dieses Internationalisierungserfolges kann dem Export in die mittel- und osteuropäischen
Länder (MOEL) zugerechnet werden. 2008 gingen bereits 23,3% aller österreichischen Warenexporte in diese Region. Im Dienstleistungsexport ist die Bedeutung nicht ganz so groß (18,8%), der Import von
Dienstleistungen aus den MOEL hat aber erhebliches Gewicht (24,9% des gesamten Dienstleistungsimports).
Österreichs Warenausfuhr nach Osteuropa entwickelte sich sehr dynamisch und hat sich
allein in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. Der Warenaußenhandel mit Osteuropa lieferte einen stark positiven Beitrag zur Handelsbilanz: 2008 ergab sich gegenüber den
neuen osteuropäischen EU-Ländern ein Handelsbilanzüberschuss von über 6 Mrd. Euro, der Überschuss mit der gesamten Region betrug sogar über 8,5 Mrd. Euro. Auch im
Dienstleistungsaußenhandel ergab sich 2008 ein positiver Saldo (701 Mio. Euro). Ähnliches gilt übrigens auch für den Einkaufstourismus, bei dem Österreichs Händler 900 Mio EUR
pro Jahr mehr einnehmen als durch Grenzshopping nach Osten abwandern.
Krise schlug mit -29,5% zu Buche
Die wichtigsten mittel- und osteuropäischen Partnerländer im Warenaußenhandel sind
Tschechien (2008: 3,7% der österreichischen Warenexporte) und Ungarn (3,6%). Österreichs Marktanteile im Warenexport in die Länder dieser Region entwickelten sich
1998/2008 heterogen, Verluste in Tschechien und Ungarn standen Gewinne in Polen und Slowenien gegenüber.
Im IV. Quartal 2008 brach der Warenexport in die mittel- und osteuropäischen Länder
wegen des internationalen Nachfrageausfalls ein. Laut vorläufigen Daten für Jänner bis September 2009 verringerte sich der Export in die MOEL mit -29,5% sogar stärker als der
Gesamtexport (-23%). Langfristig sollte die österreichische Wirtschaft aufgrund der engen Verflechtungen mit der Region von der nach Überwindung der Krise einsetzenden
Wachstumsdynamik wieder überdurchschnittlich profitieren können, hofft und meint das WIFO.
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