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(c) Pester Lloyd / 10 - 2010  BUDAPEST 12.03.2010

 

BKV-Skandal in Budapest schon seit 2006 amtsbekannt

Was wusste der Budapester Oberbürgermeister Gábor Demszky über die Skandale bei seinen Verkehrsbetrieben BKV und vor allem ab wann wusste er davon? Nach Medienbberichten hatte ein Buchhalter der Verkehrsbetriebe bereits 2006 einen Brief an den OB verfasst und ihn umfassend über die Missstände informiert. In dem Brief hieß es u.a., "dass leitende Mitarbeiter stehlen, betrügen und Rechnungen fälschen", was das Zeug hält. Demszky und sein besonders in der Schusslinie befindlicher ehemaliger Stellvertreter, Hagyó, hätten den Brief ignoriert, weil der Buchhalter keine verwertbaren Details geliefert habe, hieß es aus dem Rathaus.

Der Informant bemühte sich sogar um ein persönliches Gespräch beim Oberbürgermeister (Foto Mitte), wurde aber dann zu einem Stellvertreter geschickt, der ihn ebenfalls abwies, mit dem Hinweis, dass er für diese Sache nicht zuständig wäre. Kurz darauf flog der Buchhalter aus dem Unternehmen und klagte gegen seinen Rausschmiss. Demszky verteidigt sich jetzt damit, dass seine beiden Stellvertreter Hagyó und Vajda ihm mitgeteilt hätten, dass die Vorwürfe in dem Schreiben unbegründet seien. Etliche BKV-Manager sitzen derzeit in Untersuchungshaft oder im Hausarrest, sie müssen sich für millionenschwere Verfehlungen verantworten, genau jene, die der Buchhalter bereits vor vier Jahren in seinem Brief beschrieben und damit amtsbekannt gemacht hatte.

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Warum tritt Gábor Demszky nicht als Oberbürgermeister zurück?

Es wird immer schwerer, Argumente zu finden, warum Gábor Demszky, der seit fast zwanzig Jahren Oberbürgermeister von Budapest ist, noch ein Recht auf seine Amtskette haben soll. Bei einer Anhörung im BKV-Skandal blamierte Demszky sich bis auf die Knochen und erweist seiner Stadt einen Bärendienst.

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