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(c) Pester Lloyd / 10 - 2010 WIRTSCHAFT 10.03.2010
Supermarkt Hungaricum
Warenhauskette mit ungarischen Produkten vor dem Start
In Ungarn hat sich eine neue Warenhauskette gegründet, die ganz auf heimische Spezialitäten setzt. Das erste "Warenhaus Ausgezeichneter Ungarischer Waren"
("Első Kiváló Magyar Áruk Áruháza") wird demnächst in Óbuda eröffnet, will heimischen Produzenten aus der Krise helfen und auch noch den Tourismus
ankurbeln. Hunderte weitere solcher Geschäfte in Ungarn “und dem Karpatenbecken” sollen folgen.
Der Vorstandschef der mit einer Milliarde Forint (ca. 3,75 Mio EUR)
Stammkapital eingerichteten Aktiengesellschaft Kiváló Magyar Áruk Áruháza Zrt, Károly Tamás, verkündete, dass es "in den nächsten fünf Jahren landesweit und im Karpatenbecken (gemeint sind die
ung. besiedelten Gebiete in den Nachbarländern) hunderte solcher Geschäfte" geben soll. Mit diesem patriotischen Anstrich, der in Ungarn derzeit
Konjunktur hat, soll die Initiative vor allem den Produzenten originärer ungarischer Produkte bei der Vermarktung helfen. Durch die Größe der Kette, könnten auch
günstige Preise gewährt werden. Als Zielgruppe kommen daher nicht nur Touristen und Gutbetuchte, sondern auch die normale Bevölkerung in Frage.
In die Regale des
Hungarica-Kaufhauses sollen laut Tamás nur Produkte kommen, die von einer Fachjury des Landwirtschaftsministerium mit dem Prädikat "ausgezeichnetes ungarisches Produkt" versehen
worden sind. Bisher hätten das fast 500 geschafft, darunter sind, neben den bekannten Landesmarken Salami, Wein, Paprika, auch viele andere Lebensmittel, u.a. Käse-, Nudel- und Fleischwaren,
Bioprodukte, Öle und Essige, Konserven, Honig und Getränke. In den großen Handelsketten könnten qualitätvolle Produkte von kleineren, regionalen Herstellern mit dem Marketingdruck kaum noch mithalten.
Vorstandschef Tamás sieht sein Unternehmen als "Weg aus der Wirtschaftskrise" für
ungarische Produzenten und verweist auch auf die angeblich günstige Kostenlage bei der Herstellung. Auch der Tourismus könnte davon profitieren. Inwieweit der
begrüßenswerte Trend zur Regionalisierung und Ökologisierung auch mit einer Überprüfung der Nachhaltigkeit und der Qualität einhergeht, ist noch zu überprüfen.
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