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(c) Pester Lloyd / 10 - 2010 WIRTSCHAFT 12.03.2010
Langsamer Abschied vom Monopol
Die ungarische Post schielt über die Grenzen
Die ungarische Post (Magyar Posta) überkommen Expansionsgelüste. Nachdem auch in Budapest klar ist, dass man das ererbte Postmonopol nicht ewig wird
halten können, versuchen die Postler nun "einige ihrer Dienstleistungen in anderen mittelosteuropäischen Ländern" anzubieten. 2009 wurde mit Gewinn und nur geringen Umsatzeinbußen abgeschlossen.
Ildikó Szüts, Vorstandschefin des staatseigenen Betriebes, nannte vor allem Rumänien
und die Ukraine als attraktive Zielmärkte für die Magyar Posta, in denen man unvermeidliche inländische Verluste durch die vollständige Liberalisierung bis 2013
auffangen will. Am liebsten wäre der Post die Ostausdehnung in Kooperation mit einem westeuropäischen Partner.
Die Vorstandschefin verkündete weiterhin ein recht positives Ergebnis für das
Krisenjahr 2009. Die Umsätze gingen nur um ca. 1,9% auf 193,8 Mrd. Forint (ca. 727 Mio EUR) zurück und im Unterschied zu den meisten anderen Staatsbetrieben konnte
die Post einen kleinen Gewinn ausweisen, wenn auch 16,6% geringer als 2008, so doch immerhin noch 6,53 Mrd. Forint (24,5 Mio EUR). In diesem Jahr will die Post knapp 38
Mio EUR investieren, vor allem in ein zweites hochmodernes Logistikzentrum in der Nähe von Budapest sowie in einen Umschlagplatz am Flughafen. Außerdem sollen die
"98 meistfrequentierten Postämter" in Ungarn renoviert werden.
Die immer mehr abnehmenden klassischen Umsätze der Post, also Brief- und
Päckchenversand sollen durch den Ausbau bisher peripherer Geschäftsfelder aufgefangen werden, so will man mehr Finanzangebote machen, u.a. bei, weltweiten
Geldtransfer mitschneiden und die Online-Angebote verbessern. Laut Unternehmensangaben generiere man aber schon heute 75% des Gesamtumsatzes auf
Geschäftsfeldern, in denen man marktwirtschaftlicher Konkurrenz ausgeetzt ist.
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