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(c) Pester Lloyd / 10 - 2010  WIRTSCHAFT 11.03.2010

 

Auf dem Weg zur Hyperflatrate

Ungarische Telekom steigt ins Strom- und Gasgeschäft ein

Magyar Telekom, Tochter der Deutschen Telekom, hat angekündigt, demnächst auf den Energiemarkt vorzustoßen. Damit will man u.a. weiteren Umsatzverlusten, die in diesem Jahr wiederum 5-7% ausmachen könnten, vorbauen. Die Abkehr vom Kerngeschäft war für Konzerne in letzter Zeit eher nicht so en vogue, doch Experten orten eine erhöhte Kundenbereitschaft für solche Paketangebote.

Bei Anruf Strom - Collage: Pester Lloyd

Am Donnerstag bestäigte der stellvertretende Vorstandschef der Ungarischen Telekom vor Journalisten, dass die Gerüchte, die seit einiger Zeit kursieren, wahr sind: die Telekom arbeitet an ihrer Erweiterung als "Serviceprovider" auf dem Energiemarkt. Das Unternehmen will seine Kundenbasis und seinen enormen Vertriebskanal nutzen, um als Wiederverkäufer von Strom und Gas an Endkunden im privaten wie im gechäftlichen Sektor, neue Einnahmefelder zu erschließen. Immerhin ist der Strom- und Gasmarkt auf dem Papier seit 2009 liberalisiert. Man erhofft sich, durch Strom- und Gaskunden auch einen Push für das hauseigene Geschäft mit der Telkommunikation, immerhin könnte es für viele Kunden attraktiv sein, die Erschließung von Haus oder Wohnung komplett über einen Anbieter abzuwickeln.

Im April soll bereits eine Testphase an ausgewählten Kundengruppen beginnen, um die Akzeptanz auszuloten. Im zweiten Halbjahr soll dann, basierend auf den Erfahrungen, der Markt weiter beackert werden. Verhandlungen mit einem Großhändler laufen schon, um der Telekom Zugang zu ausreichenden Energieressourcen zu verschaffen. Für den Schritt der Telekom, so Experten, spricht auf alle Fälle die riesige Datenbank an Kunden über die MT verfügt sowie das Know How in Abrechnung und Marketing.

Zudem hat der Markt in den letzten Jahren gezeigt, dass die Kundschaft durchaus offen für Paketangebote "alles aus einer Hand" zu haben ist. Ob man demnächst eingesparte Kilowattstunden auch in Freiminuten fürs Handy umrechnen lassen kann, oder für einen Kubikmeter weniger Gasverbrauch 1000 Frei-SMS erhält, ist noch nicht kommuniziert. Eine Superflatrate für Handy, Festnetz, Internet, TV, Strom, Gas, Babyruf und Alarmanlage von einer einzigen Firma, scheint so aber durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen.

Gewinnrückgang bei Magyar Telekom (26.02.10)
Jahresergebnis 2009 in Budapest präsentiert
 

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