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(c) Pester Lloyd / 12 - 2010 BUDAPEST 23.03.2010
Spiegel und Spiegeleier
Ein Kurzbesuch im neuen Ring-Café in Budapest
Es gehörte wohl zu den plüschigsten Cafés in Budapest. Dabei war es noch gar nicht so alt. Es wurde 1992 auf der Andrássy ut, gleich gegenüber vom Kaufhaus
„Paris“ eröffnet. Wenn man im alten Ring-Café zum Frühstück zwei Spiegeleier bestellte, wurde man zunächst von der voluminösen Wirtin taxiert – und erhielt dann vier Stück serviert.
Zahlen musste man allerdings nur das, was man bestellt hatte. So konnte es einem
auch mit dem Kaffee ergehen: Man bestellte eine Tasse, und war die leer, kam Frau Wirtin mit einer großen Kanne hinterm Tresen hervor geschlürft, stieg über ihren Pudel
– oder war´s ein Dackel? - und schenkte ungefragt nach. Nachtschwärmer, Studenten und Künstler, meist aber Lebenskünstler, saßen auf den Plüschsofas oder auf den aus
weiß angemalten Eisenstäben zurechtgebogenen Stühlen und starrten vor sich hin oder in die großen Wandspiegel.
Spiegel und Spiegeleier gibt es noch immer im neuen Ring-Café. Aber der altrosa Plüsch
von einst ist viel cremefarbenem Leder und dunklem Holz gewichen. Und die Lebenskünstler haben sich stark verjüngt, genau so, wie die Speisenkarte dem Zeitgeist
Rechnung trägt. Tapas, Burger und mediterrane Speisen sind hier eben so zu finden, wie ungarischer Lendenbraten oder fein zubereiteter Lachs. Die bereits ab 8 Uhr in der
Früh geöffnete Küche ist durchaus empfehlenswert und kann so manchen kläglichen Versuchen im Umfeld schmackhaftes Paroli bieten. Es sind vermutlich die
variantenreichen Cocktails in einer nicht überstylten Atmosphäre, die so viel junges Volk, aber auch ältere Semester, anlocken und zum Verweilen einladen.
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Aber noch mehr dürften es die moderaten Preise sein, die hier in der Budapester
Prachtstraße, in der ein Hochpreislokal das andere bedrängt, eine willkommene Seltenheit darstellen. Péter L. Ajtai ist der Eigentümer, - nicht nur vom neuen
Ring-Café. Der erfahrene Gastronom und rührige Kulturmanager, der die bekannte und überaus beliebten Jazz-Sängerin Káti Rács promotet, meinte im Gespräch, „dass nur
realistische Preise, eine gute Küche und ein aufmerksamer Service sowie ein hohes Maß an Beständigkeit in all diesen Bereichen der ungarischen Gastronomie weiter auf die
Beine helfen werden“. Und wie das funktionieren kann, dafür gibt er ein anschauliches und nachahmenswertes Beispiel in seinem neuen und sehr beliebten Ring-Café auf
Budapests UNESCO-geschützten Pracht-Boulevard.
Ring-Café & Bar H-1061 Budapest, Andrássy út 38
Tel.: + 36 1 331 5790 info@ringcafe.hu www.ringcafe.hu
Öffnungszeiten Mo - Do: 8 - 24 Uhr Fr: 8 - 1 Uhr, Sa: 10 - 1 Uhr, So: 10 – 18 Uhr
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