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(c) Pester Lloyd / 13 - 2010  NACHRICHTEN 29.03.2010

 

Banken aus Ungarn auf 2 Mrd. Dollar Schadensersatz verklagt

Wie bereits berichtet, verklagt eine Gruppe von Überlebenden des Holocaust und Nachfahren von Opfern der Naziverbrechen die Ungarische Staatsbahn MÁV vor einem amerikanischen Gericht. Erster Verhandlungstermin ist der 22. April. Nun wurde eine weitere Klage bekannt, die auch Banken in die Beschuldigung, sich wissentlich am Vermögen der rund 430.000 aus Ungarn deportierten jüdischen Bürger bereichert zu haben, einbezieht. Betroffen sind eine ganze Reihe von Kreditinstituten. In Ungarn zählen dazu die Erste Bank (Tochter der Erste Group Österreich), die MKB (Ungarische Außenhandelsbank, Tochter der Bayerischen Landesbank), die OTP (als Rechtsnachfolger verschiedener ungarischer Sparkassen, größte Bank des Landes) sowie die Ungarische Nationalbank (MNB).

Die betroffenen Banken erklärten am Samstag, dass ihnen noch keine offiziellen Dokumente vorliegen, sie daher keine Auskunft zu dem Sachverhalt geben könnten. Die Klage wird am gleichen Gericht wie jene Großklage gegen die MÁV geführt, am Illinois Northern District Court. Die Kompensationforderungen der Klägergruppe beläuft sich derzeit auf ca. 2 Mrd. US-Dollar, während man die MÁV auf 1,24 Mrd. USD verklagte. Konkret geht es dabei um Eigentum aus Bankschließfächern, wie Juwelen, Bargeld aber auch Kunstwerke, die von den Banken im Zuge der Deportationen einbehalten worden seien.

Opferverbände aus Weißrussland und Polen wenden sich an Deutsche Bahn

Am 26. März wurde außerdem eine Erklärung von verschiedenen Opferverbänden aus Weißrussland und Polen veröffentlicht, die die "Verbrechensbeihilfe" der Deutschen Reichsbahn anprangert, die für die Massentransporte von Juden in die Vernichtungslager "Kilometer für Kilometer Gebühren erhoben" habe und ohne deren Logistik die Morde so nicht möglich gewesen wären. Das diesjährige 175. Jubiläum der Reichsbahn ist "höchste Zeit", dass sich die Erben "der eigenen Geschichte stellen. Die historischen Nachfolger der „Deutschen Reichsbahn“ (sprich: Deutsche Bahn) müssen ihrer moralischen und finanziellen Pflicht endlich nachkommen.", heißt es in der Erklärung.

Mehr zum Thema:

"Sie wussten, was sie taten" (15.02.10)
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