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(c) Pester Lloyd / 15 - 2010  POLITIK 16.04.2010

 

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Hoffnungen und Sorgen aus Bratislava

Der slowakische Außenminister Miroslav Lajcák brachte in dieser Woche "seine Erwartung positiver slowakisch-ungarischer Beziehungen sowie der gegenseitigen Kommunikation nach Antritt der neuen ungarischen Regierung" zum Ausdruck. Sorgen machen auch ihm die Rechtsextremisten, die er für "faschistoid" hält und deren revanchistische Aussagen die "Atmosphäre in Mitteleuropa verpesten".

"Ich bin Realist und die Realität diktiert uns die Notwendigkeit, gute Beziehungen zu pflegen", erklärte er vor Journalisten. Lajcák führte an, dass sich beide Länder mit denselben Herausforderungen und Problemen auseinandersetzen müssen, die globale Wirtschaftskrise eingerechnet, und dass beide Teil der gleichen Interessensgemeinschaften seien. Wie Premier Fico bestätigte auch er, dass die Slowakische Republik bereit sei, mit Ungarn "zu jeder beliebigen Zeit und am jeden beliebigen Ort zusammenzutreffen und über jedes beliebige Thema zu sprechen". Er halte Ficos Ankündigung vom Montagmorgen, dass er bereit sei, mit dem neuen ungarischen Premier noch vor den im Juni stattfindenden slowakischen Nationalratswahlen zusammenzutreffen, für ein sehr deutliches diplomatisches Zeichen.

Die Stimmenausbeute der rechtsextremen Jobbik kann laut Lajcák die Beziehungen in Mitteleuropa komplizieren. "Jobbik veröffentlichte eine Reihe von Aussagen, die unannehmbar und unzulässig sind. Es ging um die Infragestellung der Nachkriegsordnung in Europa sowie eine ganze Reihe antisemitischer und ich wage zu sagen gar faschistoider Aussagen", so Lajcák. Er hält es für enorm wichtig, dass die demokratischen Kräfte in der ungarischen Gesellschaft "der Jobbik ganz klar und deutlich zu spüren geben, wo ihr Platz ist. Dann werden auch Jobbiks Chancen sinken, die Atmosphäre in Mitteleuropa zu verpesten", sagte er.

Slowakischer Regierungschef will schnell neuen ungarischen Premier treffen

Der slowakische Premier Fico hat noch vor der Wahl in Ungarn seine Bereitschaft erklärt, sich mit dem neuen ungarischen Premier zu treffen. "Wenn es ginge, würde ich so ein Treffen noch vor den slowakischen Wahlen absolvieren wollen. Aber fraglich ist, ob es Interesse daran gibt", sagte Fico. Fico lobte vor Journalisten die bisherige Zusammenarbeit mit dem scheidenden ungarischen Premier Gordon Bajnai. Zwar sei man in Bezug auf die Gewährleistung der Rechte der in der Slowakei lebenden ungarischen Minderheit nicht derselben Meinung sei, auf internationaler Ebene aber suchten "beide Länder nach Fäden, die sie verbinden.", zitiert ihn die Agentur TASR. Fico meinte weiter: "Wir hatten einen sehr guten Dialog, wir telefonierten oft, koordinierten unsere Aktivitäten, sogar heute im Zusammenhang mit der Reise nach Prag". Gleichzeitig glaube er, dass der gute slowakisch-ungarische Dialog auch nach den Parlamentswahlen in Ungarn am 25. April und nach den am 12. Juni in der Slowakei stattfindenden Nationalratswahlen fortgesetzt wird.

In der Slowakei sorgt die nationalistische Partei SNS, Koalitionspartner der regierenden Smer, immer wieder mit antiungarischen und rasistischen Parolen für Aufsehen und verstört die Beziehungen beider Länder. Erst kürzlich hatte der SNS-Vorsitzende Jan Slota sich Sorgen um den Zustand der Verteidigungsbereitschaft der slowakischen Streitkräfte gemacht, weil durchaus ein militärischer Angriff seitens der Ungarn zu fürchten sei. Zur Eindämmung der Rolle dieser Partei sagten indes weder Fico noch Lajcak etwas.

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