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(c) Pester Lloyd / 16 - 2010 BUDAPEST 23.04.2010
Inspirationslos
Ein wiederholter Besuch im Restaurant „Kárpátia“ in Budapest brachte eine wiederholte Enttäuschung
Das Kárpatiá gehört zu den wenigen Restaurants in Budapest, die man von Küche, Ambiente und Geschichte her als typisch ungarisch bezeichnen kann. Es wird als
Teil des ehemaligen Franziskanerklosters (der Gastgarten ist Teil des Klostergartens) seit 1877 im Zentrum der Stadt als Lokal genutzt. Das neogotische,
protzige Interieur stammt aus der Jahrhundertwende. Das Speisenangebot orientiert sich an der historischen ungarischen Küche und versucht, die Gerichte in moderner Form auf den Tisch zu bringen.
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Doch schon bei der verkosteten Ziegenragout-Suppe ging dieser Versuch gründlich
daneben. Ebenso kam das panierte Lammschnitzel, gesotten in schmeckbar altem Fett, mit einem langweiligen Kartoffelsalat aus der Küche. Der Hortobágyi-Palacsinta und der
Sauerkirsch-Strudel erinnerten dagegen schon eher an schmackhafte ungarische Küchenzeiten. Auch der Mondfischspieß überzeugte wegen seiner uninspirierten
Würzung kaum. Der Service gab sich leger, und damit dem pseudo-sakralen Ambiente unangemessen. Abgesehen davon, dass die Kellner gerne nutzlos in kleinen Gruppen
herum stehen, unterliefen ihnen bei der Speisen- und Getränkeservierung mehrere handwerkliche Fehler (Servierordnung links-rechts wurde nicht eingehalten, Teller
wurden quer über den Tisch gereicht, Fischgerichte ohne entsprechendes Besteck). Die Weinauswahl ist bescheiden und es fehlen die Namen der Spitzenwinzer auf der Karte.
Einzig der 2006er Cuveé aus dem Takeler-Keller kann empfohlen werden, während der Kárpátia 2007er nicht überzeugte.
Angefangen vom einfallslosen Amuse-Geule bis zur traurigen Käseplatte verspricht das
„Kárpátia“ großmundig mehr in seinen Werbungen als es dann vor Ort hält wie z.B.: „...lassen sie sich von der besten authentischen ungarischen Küche in Budapest
verwöhnen.“ Wir kennen da aber wirklich authentischere Lokale, vor allen Dingen solche, wo Preise und Leistungen noch in einem vertretbaren Verhältnis zueinander
stehen. Einzig die munter und anhörbar aufspielende Zigeunerkapelle – mittlerweile eine Seltenheit in Budapest – machte etwas von der nunmehr wiederholten gastronomischen Enttäuschung im „Kárpátia“ wett.
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