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(c) Pester Lloyd / 16 - 2010 WIRTSCHAFT 21.04.2010
Vage Zahlen zur Lohnentwicklung in Ungarn
Die Bruttogehälter in Ungarn wuchsen im Februar fast nicht, was allerdings mit
Einmaleffekten durch Prämien- und Bonuszahlungen im öffentlichen Dienst im Januar vor einem Jahr zu erklären ist. Der Lohnzuwachs von Februar zu Februar betrug nach
Angaben des Statsistischen Zentralamtes von 2009 bis 2010 lediglich 0,9 Prozent bei den Bruttogehältern, im Januar waren es noch +6,5%. In der Privatwirtschaft stiegen
die Löhne um 4%, im öffentlichen Dienst sanken sie um 6,2%. Durch steuerliche Effekte stiegen die Nettolöhne im gleichen Zeitraum um 7,7%, die Realeinkommen - rein
statistisch - um 1,9%, bei einer veranschlagten Jahresinflation von 5,7%. Nach dieser Rechnung mussten die Angestellten des öffentlichen Dienstes jedoch Realeinkommensverluste von ca. 4-5% hinnehmen.
Im April wird es wieder eine Verzerrung der Statstik durch Zulagenauszahlungen im
öffentlichen Dienst kommen. Volkswirte messen den Lohnstatistiken in Ungarn ohnehin nur geringe Aussagekraft über die Kaufkraftentwicklung zu. Zum einen, weil nur rund
54% der arbeitsfähigen Bevölkerung offiziell beschäftigt und damit statistisch erfasst sind, zum zweiten, weil es in Ungarn sehr viel Scheinselbständigkeit (Stichwort
Putzfrauen-Bt´s) gibt, die über die Einkommenssteuer veranlagen und zum dritten, weil die Grau-, Schatten- und Schwarzwirtschaft ein nicht zu unterschätzender, aber
auch kaum zu erfassender Wirtschaftszweig im Lande ist.
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