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(c) Pester Lloyd / 16 - 2010 KULTUR 19.04.2010
Anspruchsvolle Vorhaben
Die ungarische Nationalphilharmonie stellte ihr Programm für 2010/11 vor
Im Palast der Künste (MÜPA), wo die Ungarische Nationalphilharmonie seit dessen Eröffnung vor fünf Jahren Hausrecht genießt, stellte das führende Orchester des
Landes sein Konzertprogramm für die folgenden Monate vor. Unter dem renommierten Pianisten und jetzigem künstlerischen Direktor, Zoltán Kocsis,
entwickelte sich das seit 1923 bestehende Orchester besonders im letzten Jahrzehnt wieder zu einem auch international sehr geschätzten Ensemble mit profilierten Programmen.
Mit einem von Farben und Symbolen
sprühendem neuen Logo soll die Programmatik des Klangkörpers transportiert werden. So wies der Direktor der Nationalphilharmoniker, Géza Kovács, auf Schwerpunkte der
Spielzeit 2010/11 hin, die mit den 200. Geburtstagen von Franz Liszt und Ferenc Erkel (Festkonzert mit Ausschnitten aus seinen Opern am 11. November 2010 im MŰPA). Zu einem
der Schwerpunkte in der kommenden Saison werden große symphonische Chorwerke gehören, die vom Nationalchor zu dessen 25 jährigem Jubiläum aufgeführt werden.
Der langjährige Chefdirigent, Mátyás Antal, und die Leiterein der Radio-Kinderchores,
Gabriella Thész, berichteten über die anspruchsvollen Vorhaben. So befinden sich die Publikumsrenner wie Verdis Requiem oder Orffs Carmina Burana genauso darunter, wie
Mozarts c-moll Messe und Liszts „St. Elisabeth Legende”. Mit diesem Werk wird Chor und Philharmonie gemeinsam auch zu Tourneen ins Ausland, u. a. zum Vatikan, nach
Belgien, Deutschland und Frankreich aufbrechen.
Bedeutende Werke Liszts´ wie Les Preludes, Ungarische Fantasie und die Krönungsmesse sowie Josef Haydns Nelson-Messe werden in
kleineren Städten Ungarns zur Aufführung gelangen. Das hervorragend besetzte Opernfestival in Miskolc im Juni und die traditionsreichen Beethoven-Konzerte in Mártonvásár (Josephine
Brunswieck war dort Beethovens „Unsterblich Geliebte”) werden in diesem Sommer wie auch 2011 (16., 23. und 30.7.) tausende Besucher erfreuen.
Generalmusikdirektor Zoltán Kocsis verwies auf die lange Reihe zu erwartender
hervorragender einheimischer und ausländischer Solisten, mit einem repräsentativen Schwerpunkt russischer Künstler und Komponisten, wie im gerade stattgefundenen
Konzert u.a. Mussorgskijs „Lied und Tanz vom Tod”, interpretiert vom legedären und hier sehr verehrten Jewgenij Nesterenko. (PL berichtete) Zu diesem Schwerpunkt werden weiter gehören: Denis Koschukin in Prokofjews II. Klavierkonzert und
Tschaikowskis VI. (26.11.10), der Dirigent Alexander Verdernikow mit Ljadow, Glasunow und Skrjabin (3.3.11) oder Werke von Stravinsky (17.2.11). Besonders freut
sich auch der Pianist Zoltán Kocsis auf die junge argentinische Kollegin Ingrid Fliter mit Werken des französischen Musikkreises von Ravel und Debussy (22.4.11).
Jugendkonzerte und Barockoper im MÜPA-Festivaltheater „Gastlichkeit beim Sonnenkönig” oder „Könige, Königinnen und für Könige” runden die Pallette großen
Anspruches an Ausführende und Publikum ab in einer Zeit, in der um jeden Forint und jeden insbesondere jungen Konzertbesucher gerungen werden muss.
E.F.
www.filharmonikusok.hu
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