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(c) Pester Lloyd / 16 - 2010 WIRTSCHAFT 23.04.2010
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Eintritt verboten - Surgutneftegas bleibt bei MOL vor der Tür
Der russische Gaskonzernz Surgutneftegas hält zwar seit mehr als einem Jahr einen 21%igen Anteil an der ungarischen MOL, wird aber zum zweiten Male nicht
an der Hauptversammlung des Unternehmens, am 29. April, als stimmberechtigter Aktionär teilnehmen dürfen. Diese Auskunft gibt die ungarische Finanzaufsicht
PSZÁF, mit einer Begründung, die protektionistische Kungelei offenbart.
Im April 2009 hat die staatliche Finanzaufsichtsbehörde eine Untersuchung
der Rechtmäßigkeit der Transaktion eingeleitet und bis heute nicht zu einem Abschluss gebracht. So lange die Bestätigung der PSZÁF jedoch nicht vorliegt, kann Surgutneftegas nicht
offiziell ins Aktionärsregister eingetragen werden. Die Anmeldefrist für die Hauptversammlung der MOL ist inzwischen abgelaufen.
Dass hinter diesem Gebahren eine
Kungelei der MOL mit der Finanzaufsicht steht, ist offensichtlich, schließlich betrachtete MOL die Aktion von Surgut von Anfang an als feindlichen Übernahmeversuch, auch wenn die
MOL-Bosse die Russen offiziell als "reinen Finanzinvestor" benannten. Surgut hatte das 21%-Aktienpaket von der OMV
übernommen, die vorher ihrerseits erfolglos versucht hatte, MOL zu übernehmen. Die Ungarn schützten sich mit einem eigenen Gesetz, der "Lex MOL", in dem die
Stimmrechte eines Einzelaktionärs auf 10% beschränkt wurden, egal wie hoch sein Aktienanteil ist.
Die PSZÁF überprüft nach eigenen Angaben, ob die Transaktion den Markt in
wettbewerbswidriger Weise beeinträchtigt. Alles Ausreden, sagte Surgut schon vor einem Jahr und versuchte seine Rechte gerichtlich durchzusetzen. Tatsächlich konnte
PSZÁF nach einem Jahr noch nicht einmal ein Teilergebnis der Untersuchungen vorlegen, was genauso auf ein abgekartetes Spiel hinweist wie die mehrfachen
Statements aus der Politik, die die Unabhängigkeit der MOL als politische Priorität bezeichnen und damit nichts weiter meinen als panische Angst vor übermächtigem
Einfluss der Russen auf den ungarische Energiekonzern. Die MOL fürchtet außerdem, dass Surgut seine Aktien als Druckmittel für einen Tausch gegen den MOL-Anteil bei der
kroatischen INA einsetzen will und hat jeden dahingehenden Deal ausgeschlossen. Man unterstellt Surgut unter direktem Einfluss "des Kreml" zu stehen.
Bericht zur HV 2009 und Hintergründe zum Einstieg von Surgut:
MOL-Parteitag
Die Aktionäre folgten dem Vorstand wie Schafe dem Schäfer, denn die Wölfe sind nah... - Hauptversammlung und Schlagabtausch mit Surgutneftegas - Hinter den Kulissen eines Deals, Teil 3
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