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(c) Pester Lloyd / 17 - 2010 WIRTSCHAFT 30.04.2010
Hauptversammlung ohne Störenfriede
MOL zahlt wieder keine Dividende, investiert aber kräftig
Die 2009 bei der MOL erwirtschafteten Gewinne werden, wie 2008, in eine interne Reserve einfließen. Das beschloss die Jahreshauptversammlung des
Konzerns am Donnerstag in Budapest. Thema war natürlich auch der Ausschluss des “feindlichen” Großaktionärs aus Russland und die Perspektiven für die Zukunft.
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Während jedoch 2008 der Kauf eines zweiten Aktienpaketes und damit der Mehrheit
am kroatischen Pendant INA als Verwendungszweck galt, wurde für 2009 kein konkretes Projekt benannt. György Mosonyi, Vorstandschef der MOL, erklärte denn
auch, dass man bald wieder zu der üblichen Praxis zurückkehren werde und ca. 40% des Nachsteuergewinns an die Aktionäre auszuzahlen gedenkt. Offenbar hofft man, bis
dahin die lästigen Investoren von Surgutneftegas (21,2% MOL-Aktien von OMV erworben) loszuwerden, ohne ihnen noch vorher eine Dividende zahlen zu müssen.
Surgutneftegas hatte auf der Hauptversammlung kein Stimmrecht, weil die Finanzaufsicht PSZÁF ein Prüfungsverfahren von März 2009 erst zwei Tage vor der HV,
ohne Ergebnis, abgeschlossen hatte. So konnte der ordentliche Eintrag ins Aktionärsregister nicht rechtzeitig vorgenommen werden, die Meldefrist für die HV war inzwischen beendet.
Allen war klar, dass es sich dabei um ein abgekartetes Spiel der Ungarn gegen die
Russen gehandelt hatte. Zsolt Hernádi (Chef), Chef des Verwaltungsrates wiederholte nochmals, dass man Surgutneftegas als Finanzinvestor verstehe, nicht als strategischen
Partner. In Wirklichkeit fürchtet MOL jedoch den Versuch einer feindlichen Übernahme oder die Herauspressung des Anteils in Kroatien im Tausch gegen die eigenen Aktien.
Hernádi lud Surgut ein "als Beobachter" an der Hauptversammlung teilzunehmen. Es soll tatsächlich ein Vertreter anwesend gewesen sein.
Während 2010 und 2011 für MOL im Zeichen der Konsolidierung stehen, vor allem die
INA-Integration und das Raffineriegeschäft machen hier zu schaffen, wird für 2012 ein Vorsteuerergebnis (EBITDA) von über 4 Milliarden US-Dollar angestrebt. 2009 betrug
dieser Wert 2,3 Mrd. USD. Im Zeitraum von 2010-2012 wird MOL aus eigenen Mitteln Investitionen (ohne ZUkäufe) von 6,2 Mrd. USD tätigen. Mehr als 40% davon fließen in
die Erkundung und Erschließung neuer Erdgasfelder (u.a. am Kaspischen Meer, im Irak, aber auch in Ungarn selbst). Der Rest wird u.a. für Modernisierungen bei den
Raffinerien, den Ausbau des Gasnetzwerkes und das Produktmarketing investiert.
Weiterhin gab es einen Austausch im Aufsichtsrat. László Akar, Miklós Kamarás und
Erno Kemenes verließen das Gremium, sozusagen aus politischen Gründen. Sie wurden ersetzt durch Ex-Zentralbankchef und möglicherweise künftigen Finanzminister in der
Fidesz-Regierung, Zsigmond Járai, László Parragh, Chef der Wirtschafts- und Handelskammer und Martin Roman, dem lokalen Chef des tschechischen Energikonzerns CEZ, der 7,3% an der MOL hält.
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