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(c) Pester Lloyd / 18 - 2010 KULTUR 08.05.2010
Landschaft und Kontrast
Die Dauerausstellung des Csontváry-Museums in der Kulturhauptstadt Pécs
Tivadar Kosztka Csontváry (1853-1919), ist einer der bedeutendsten Vertreter der ungarischen Moderne. Seit 1973 zeigt das Pécser Csontváry-Museum die
wichtigsten seiner Werke, zum größten Teil stammen sie aus der Sammlung von Gedeon Gerlóczy, einem der wenigen, die Csontvárys Talent bereits früh erkannten und zu fördern suchten.
Es ist nämlich keineswegs so, dass Csontváry, der heute zu den bekanntesten
ungarischen Malern zählt, bereits zu Lebzeiten ein gefeierter Künstler im eigenen Land war. Vielmehr wurde er wegen seiner für damalige Verhältnisse exzentrischen
Lebensführung (Vegetarismus, Anti-Alkoholismus, Pazifismus) und seiner sich stetig steigernden Schizophrenie als Spinner verlacht. Aber wie so oft haben verkannte Genies
die Blüte ihrer Popularität erst post mortem.
Geboren 1853 in Kisszeben (heute Sabinov, Slowakei) übte er
zunächst mehrere Jahre den Beruf eines Apothekers aus, bevor er im Alter von 27 Jahren eine Vision hatte, die ihm eine Karriere als großer Maler prophezeite. In den
folgenden Jahren brachte er sich selbst das Malen und Zeichnen bei und tätigte diverse Reisen nach Frankreich, Italien, Griechenland, Nordafrika und den Nahen Osten, die
sich in seinen Werken widerspiegeln.
Csontvárys Motivvielfalt lässt sich in der Pécser Ausstellung sehr eindrucksvoll erleben:
Landschaftsimpressionen und Alltagsszenen aus dem Libanon und Jerusalem wechseln sich ab mit italienischen Küstenorten und Schäfern in der ungarischen Tiefebene.
Neben einigen frühen Bleistift- und Kohlezeichnungen wird der Fokus vor allem auf die in seiner Hochphase entstandenen Ölgemälde gelegt.
Csontvárys Stil lässt sich nur schwerlich in einer der althergebrachten Kategorien
einordnen, seine Werke liegen irgendwo in der Mitte zwischen romantischer Naturverklärung, expressionistischen Farbkontrasten und symbolistischer Motivwahl.
Neben seinem wohl bekanntesten Werk, der höchst symbolbeladenen „einsamen Zeder“ von 1907, bleiben einem vor allem seine überlebensgroßen Gemälde wie „Baalbek“
(1906) und „Das große Tarpatak-Tal im Tatra-Gebirge“ (1904/05) im Gedächtnis haften. Alles in allem eine abgerundete Werkschau, die jeder kunstinteressierte
Besucher von Pécs in sein Programm aufnehmen sollte.
Christian Pasche
Csontváry-Museum Pécs, Janus Pannonius utca 11 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
Eintritt: 700 HUF, reduziert 350 HUF
Ein Überblick über die wichtigsten im Csontváry-Museum
ausgestellten Werke
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