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(c) Pester Lloyd / 19 - 2010  KULTUR 11.05.2010

 

Pécs rockt Bécs

Die Kulturhauptstadt Pécs kommt auf Stippvisite nach Wien

Die Kulturhauptstadt Pécs 2010 präsentiert den jazzig-chilligen Teil seiner Ambitionen in Wien mit dem „Pécs Beach“. Die angeblich mediterranste der ungarischen Städte schickt vom 14. bis 30. Mai junge und etablierte Musiker aus Folk und Jazz, DJ´s, Literaten an den innerstädtischen Strand am Wiender Donaukanal.

Bevor die Sommersaison richtig losgeht, will das Collegium Hungaricum Wien mit einem seiner größten Projekte Lust auf einen Kulturtrip in die diesjährige Kulturhauptstadt Europas machen. Live-Jazz, DJ-Line, Literatur, Sandburgenwettbewerb, Laser-Show und Kulinarik aus dem südwestungarischen Pécs machen das zweiwöchige Festival in der beliebten Strandbar Herrmann zu einem Highlight des Frühsommers. Neben den Bands aus Pécs und Budapest schickt auch die künftige Kulturhauptstadt, Košice 2013 (SK), eine Jazzband ins Rennen nach Wien.

Der Sandstrand im Zentrum von Wien, unmittelbar an der Ringstraße und der Urania gelegen, wird für zwei Wochen zu einer kleinen Insel der ungarischen Kultur. Werktags legen jeden Abend DJs aus Pécs auf. An den Wochenenden wird dem Wiener Publikum eine facettenreiche Auswahl der Jazz-Szene in Pécs und Ungarn präsentiert. Freitags wird das Programm durch ein DJ-Duell Wien-Pécs (ung. Bécs-Pécs) ergänzt, denn „Pécs Beach“ soll auch als Ort der Begegnung zwischen der österreichischen und der ungarischen Kultur verstanden werden.

Weinfässer des Weinguts Vylyan

Der Sandstreifen in der Strandbar Herrmann wird mit Weinfässern des Weinguts Vylyan (Kisharsány, Südwestungarn) in einen ausgefallenen Skulpturengarten verwandelt. Über dreißig Künstlerinnen und Künstler vorwiegend aus Pécs gestalteten Barrique-Fässer des Weinguts, in denen jahrelang edle Tropfen herangereift sind. (14.-30. Mai)

Die Highlights (Auswahl):

Singas Project

 

Singas ist ein Jazz, Nu-Jazz Project. Gegründet 2005, startete die Band mit einer klaren musikalischen Vorstellung, in der neben der akustischen Instrumentation die Elektronik eine maßgebliche Rolle spielte. In den einzigartigen Sound fl ossen Impulse aus der zeitgenössischen Kunst und Literatur ein. Die markantesten Stilmerkmale der Gruppe lehnten sich zu Beginn an Trip Hop und Lounge an. “Die Jazzer sind Schwarze und Indianer zugleich, Botschafter ihrer eigenen Innenwelt, in der die Erwartungen der Konsumenten keinen Platz haben”, erklärte der Leiter der Formation, Kores, zum Konzept. - Fr, 14. Mai, 19.00 Uhr

FPT Crew – DeepPécs

DeepPécs ist das Lieblingskind der Gruppe FPT*, einer Pécser Underground-Partyszene, und als solches einzigartig in der Pécser Nacht. Dabei handelt es sich keinesfalls um Tanz. Liebhaber der musikalischen Delikatessen treffen sich einmal in der Woche auf einen Drink und schalten bei anspruchsvoller Musik in angenehmer Atmosphäre ab, gedenken aktueller Jahrestage und herausragender Persönlichkeiten des Jazz und Soul. Regelmäßig liefern sie für Lesungen den musikalischen Rahmen mit Visuals ergänzt. FPT, Federation of Porn Talents, ist echte Freestyle Musik-Eklektik.
Mo-Do, 17.-20. Mai, 18.00-22.00 Uhr
Di-Do, 25.-27. Mai, 18.00-22.00 Uhr

Jazz aus Košice: Four

2013 wird den Titel Kulturhauptstadt Europas u.a. die zweitgrößte Stadt der Slowakei, Košice (Kassa, Kaschau) tragen. Sie schickt ein junges Jazzquartett ins Rennen nach Wien. Die Band Four wurde 2008 von den beiden Frontmännern Boris Matko und Martin Janocko ins Leben gerufen. Sie taten sich mit Adrian Harvan und Juraj Valencik zusammen, um sich selbst und das breit gefächerte Publikum der Kaschauer Clubs und Pubs mit perlenden Jazzläufen zu unterhalten. Unter dem fruchtbaren Einfluss der Musik von Miles Davis, Thelonious Monk, John Coltrane und Wes Montgomery kristallisierte sich mit der Zeit ihre eigene musikalische Grundlage heraus, auf die sie dann ein individuelles Repertoire aufbauten. - Sa, 15. Mai, 12.00

Barabás Lorinc Eklektric

Der Trompeter Lorinc Barabás ging bereits mit knapp über zwanzig Jahren bei namhaften Vertretern des traditionellen Jazz wie auch der Underground-Szene ein und aus. Die Freiheit der Improvisation und die Adrenalin produzierenden Energien der Tanzmusik reizten ihn gleichermaßen. Bei der Gründung seiner Formation 2006 suchte er sich die talentiertesten Absolventen der Jazzfakultät der Budapester Musikuniversität aus. Den bisher größten Erfolg feierte die Eklektric am Budapester Inselfest 2008, wo an die 5000 Konzertbesucher zu ihrer Musik abtanzten. - Sa, 15. Mai, 19.00 Uhr

Csoke Renáta Project

Das Repertoire der Folkjazz-Band umfasst vor allem archaische, weniger bekannte Volkslieder, von der Klangwelt des Ostens inspiriert und um Jazz-Elemente bereichert. Die Lieder erklingen in einzigartiger Interpretation, wobei auch für jazzige Improvisationen und gute Stimmung viel Raum bleibt. Der Gesangsstil der Gründerin Renáta Csoke zeichnet sich durch karaktervollen Klang und sensible Darstellung aus.
Fr, 21. Mai, 19.00 Uhr
Sa, 22. Mai, 12.00 Uhr

Eszter Takáts

Es ist kaum ein Jahrzehnt her, dass die Pécser Studentin Eszter Takáts zu komponieren begann. Neben der klassischen Ausbildung an der Universität Pécs ließ sie ihre Stimme im Pécser Kammerchor verfeinern. In den vergangenen Jahren stellte sie in mehreren Formationen ihr Talent und ihre Darstellungskraft unter Beweis. Ihr zweites Soloalbum umfasst bereits Lieder einer reifen Komponistin. Dank ihrer Popularität bekommt sie laufend Einladungen ins Ausland, von ihren Liedern lassen sich Choreografen, Maler und Bildhauer inspirieren. Das Trio, das in der Strandbar Herrmann gastiert, ist eine frische, spannende Initiative. www.eszter.org
Fr, 28. Mai, 19.00 Uhr
Sa, 29. Mai, 12.00 Uhr

Neofolk

Die Pécser Ethno-Jazz-Formation Neofolk spielt eine pulsierende und emotionsreiche Form der Weltmusik. Ihre virtuosen Eigenkompositionen und Volksliedbearbeitungen lehnen sich an die Musik des Karpatenbeckens und des Balkans an, übernahmen aber auch Impulse aus der musikalischen Tradition des Nahen Ostens. 2009 erschien die zweite CD von Neofolk, welche die Entstehungsgeschichte der einzigartigen Steinblöcke am Fuße des Jakab-Berges im südwestungarischen Mittelgebirge Mecsek erzählt, indem sie die musikalische Tradition der Region in einer geglückten Mischung mit dem Instrumentarium des zeitgenössischen Jazz darbietet. www.neofolk.hu
Sa, 29. Mai, 19.00 Uhr

Writers in Residence

Milena Oda und Raoul Biltgen lesen aus ihren Pécser Tagebüchern Die tschechische Prosaistin, Dramatikerin, Lyrikerin und Essayistin Milena Oda lebt und arbeitet in Berlin. 2007 wurde sie für den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt nominiert. Auf der Literaturbühne der Strandbar Herrmann fasst sie ihre Eindrücke über Pécs zusammen, wie sie sich in Pécs, in alle erstaunlichen „divertissement hongrois“ mit ihrer malerischen Fremdheit verliebte. Der aus Luxemburg stammende Raoul Biltgen lebt und arbeitet seit 2003 als freier Schriftsteller, Schauspieler und Dramaturg in Wien. Er ist Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Theaterstücke mit Uraufführungen und Inszenierungen in Österreich, Deutschland und Luxemburg. Raoul Biltgen liest einen Auszug aus seinem Abschiedsgeschenk an Pécs: einer selbst erfundenen Legende über Pécs in der Römerzeit, als die Stadt noch Sopianae hieß. - So, 23. Mai, 16.00 Uhr

CH Wien / -red.
 

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