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(c) Pester Lloyd / 22 - 2010 AKTUELL 02.06.2010

 

Verheerende Regennacht

Hochwasser in der Slowakei und Ungarn führen zum Notstand

Im nordostungarischen Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén wurde der Notstand ausgerufen, die örtlichen Behörden forderten umgehend die Unterstützung des Militärs zum Schutz vor Überflutungen und den vom Hochwasser betroffenen Regionen an, 18 Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. In der südöstlichen Slowakei brachen Dämme, hunderte Einwohner mussten evakuiert werden. Donau bei Budapest noch entspannt.

Die heftigen Regenfälle der Nacht zum Mittwoch haben die ohnehin angespannte Lage in der Region weiter verschärft, über 1.500 Einsatzkräfte und Bürger arbeiteten fieberhaft an der Sicherung von Dämmen und Deichen. Die Pegelstände der Sajo, Hornád und Bódva sind die höchsten seit Jahren, hier soll das Militär bei weiterem Wasseranstieg auch notfalls bei Evakuierungen helfen.

Fast zwanzig Gemeinden des Bezirkes Borsod sind derzeit nicht mit dem Auto erreichbar (u.a. Debréte, Dédestapolcsány, Sajóvelezd, Nekézseny, Nagybarca, Bánhorváti, Rakacaszend, Rakaca, Szászfai, Pamlény, Keresztéte, Csokvaomány, Kishuta, Nagyhuta, Alsómocsolád und Tornaszentandrás Tornabarakony), aus Sicherheitsgründen mussten rund 60 Straßensperren errichtet werden, andere Abschnitte sind nur noch langsam und einspurig befahrbar, weil Techniker und Straßnebauunternehmen Reparaturen vornehmen. In inigen Orten verwandelten sich die Dorfstraßen zu Sturzbächen.

Der Grenzübergang zur Slowakei in Satoraljaújhely wurde in der Nacht geschlossen, gleichzeitig wurdn dort fast 2.000 Menschen aus den Orten Pasztó und Hásznos wegen der Angst for Deichbrüchen evakuiert.

Verkehrseinschränkungen und Hochwasserprobleme gibt es aber nicht nur im Nordosten, sondern auch in der Baranya (im Süden um Pécs), in Veszprém (unweit des Balatons am Bakóny-Gebirge) sowie im nordwestungarischen Komitat Győr-Moson-Sopron. Auch in der Region Komárom-Esztergom gibt es Einschränkungen. Auch die Gebiete an der oberen Theiß sind weiter überflutet.

Entspannt zeigt sich hingegen noch die Donau bei Budapest. Mit einem Stand von 4,88m (Mittwoch 13.00 Uhr) liegt sie nur knapp über dem Normalpegel, wenn auch mit leicht steigender Tendenz. Die erste Hochwasserwarnstufe gibt es bei 6,20m, zu echten Einschränkungen und Überflutungen kommt es jedoch erst ab ca. 7,50 m bis 8 Meter.

Noch dramatischer ist die Lage in der südslowakischen Region Nitra, wo höchste Flutgefahr herrscht, einige Dämme bereits gebrochen sind. Nach den massiven Regenfällen in der Nacht zum Mittwoch sind vor allem die Bezirke Zlaté Moravce, Nové Zámky und Levice von Hochwassern und Überflutungen bedroht. Bis in die frühen Morgenstunden verstärkten Einwohner und Einsatzkräfte zusammen mit Soldaten Dämme an örtlichen Bächen und Staubecken. Trotz der Verstärkung der Dämme durch Sandsäcke brach der Damm am Bach Liska in Hul und weite Teile der Ortschaft wurden überflutet. Die Rettungskräfte mussten rund hundert Menschen in Sicherheit bringen. Während der Nacht musste das Wasser aus überfluteten Kellern in den Gemeinden Veľká Maňa und Podhájska abgepumpt werden.

Die Lage war auch im Bezirk Zlaté Moravce kritisch, in Gefahr befanden sich die Ortschaften Ladice, Neverice und Kostoľany pod Tríbečom. "Die Situation ist noch immer angespannt, aber wir konnten sie wenigstens stabilisieren", sagte der Sprecher der Landesdirektion der Feuerwehr in Nitra Viliam Panský gegenüber TASR. Zwischen Kozmálovce und Horša im Bezirk Levice legte ein Erdrutsch den Verkehr lahm. Gegenwärtig werde ein Damm hinter der Ortschaft Slatina im Bezirk Levice sowie in Lúčnica nad Žitavou im Bezirk Nitra verstärkt, wo drohe, dass der Bach über die Ufer tritt. "Die Überschwemmungen in der Selbstverwaltungsregion Nitra zogen vor allem die Bezirke Zlaté Moravce, Nové Zámky und Levice in Mitleidenschaft. Am ruhigsten ist die Lage vorerst in den Bezirken Komárno und Topoľčany".

Erst gestern machte sich Vizepremier Tibor Navracsics ein Bild von der Lage und kündigte eine Verdopplung der Nothilfen für Flutopfer auf 1,5 Mrd. Forint an, gleichzeitig kamen rund 2,1 Millionen Sandsäcke im Rahmen der EU-Nachbarschaftshilfen im Lande an. Beides dürfte nach der letzten Regennacht nicht mehr genügen. Die ganze Region, aber auch Südpolen und Nordmähren sind bereits seit Mitte Mai von Hochwassern und Unwettern heimgesucht, die mehrere Menschenleben forderten.

Wieterführende Links:

Wasserstände und Hochwasserwarnungen für Ungarn mit Karten und Tabellen

Wetter Prognose und Unwetterwarnungen für Ungarn

 

 

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