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(c) Pester Lloyd / 22 - 2010 WIRTSCHAFT 03.06.2010
Sparen lohnt sich nicht
Auch die ungarischen Banken geizen bei Guthabenzinsen
Die Nationalbank veröffentliche die akutellesten Daten über das Kredit- und Spargebahren von Banken, Konsumenten und Unternehmen. Darin sind einige
Verschiebungen zwischen Forex- und Forintsegmenten zu erkennen und dass Firmen lieber zurückzahlen, während Konsumenten weiter borgen. Einen leichten
Aufschwung gibt es bei Hypothekendarlehen, ansonsten herrscht angespannte Stille.
Der Anteil der auf EUR
basierenden Kredite ging zugunsten reiner Forintkredite in Ungarn im April deutlich zurück. In ihrer aktuellsten Statistik zählte die Nationalbank (MNB) im April
23,7 Milliarden Forint an neuen Konsumentenkrediten (ca. 86 Mio EUR), im März waren es knapp 21 Mrd., vor einem Jahr nur 14,6 Mrd. Die Kosten für Kredite
sanken weiter, liegen aber mit durchschnittlich 20,51% pro Jahr und Kreditvertrag (Zinsen, Gebühren, Inflationsanpassung etc.) immer noch sehr hoch, im März lagen sie
bei 22,84%, vor einem Jahr noch bei knapp 30%.
Hypothekendarlehen von Privatleuten (also überweigend für die Eigennutzung) wurden
im April im Wert von 13 Milliarden Forint aufgenommen, im März 8,5, vor einem Jahr 9,4 Mrd. Forint. Die Kosten dafür betrugen knapp 11% im April, im März 11,2%m vor
zwölf Monaten 15,43%. Die Divergenz dieser Kosten liegt zum einen darin begründet, dass der Anteil an EUR-Krediten im Hypothekenbereich höher liegt und damit der
Basiszinssatz sinkt, zum anderen, weil Hypothekenkredite aufgrund der besseren Besicherung durch die Immobilie grundsätzlich billiger sind als reine Konsumkredite.
Festgeld nicht mehr so beliebt - lohnt sich kaum
Während nur 3,9 der 23 Milliarden Forint für Konsumentenkredite auf EUR-Basis
geborgt wurden (vorher 6 Mrd. bzw. fast 13 Mrd. vor einem Jahr), betrug der Anteil der Fremdwährungskredite (meistens EUR, kaum noch Schweizer Franken oder Yen) an
den 13 Mrd. Immo-Krediten immerhin 5,1 Mrd. Forint.
Beim Sparverhalten sind kleine Verschiebungen zu registrieren, so erhöht sich
permanent der Anteil der Summen auf Girokonten, bei Sichteinlagen und anderen kurzfristigen bzw. leicht zu lösenden Sparformen. Im April packten die Ungarn so 1.422
Mrd. Forint auf die nicht allzu hohe Kante, etwa 80 Mrd. mehr als vor einem Jahr, doch auf Festgeldkonten und andere längerfristige Produkte entfielen im April nurmehr
903 Mrd. Forint, im März waren dies noch 960 Mrd. vor einem Jahr gar 1,1 Billionen. Banken zahlten für Festgeldanlagen im April durchschnittlich 5,16% Zinsen (bei
geschätzten 4-4,5% Jahresinfaltion!), im April waren es noch 5,4%, vor zwölf Monaten 10%.
Unternehmen sind Nettorückzahler
Im dritten Monat in Folge zahlten ungarische Unternehmen (außer Finanzinstitutionen)
mehr Kredite zurück als sie neu aufnahmen. Und dies betraf im April erstmals nicht nur Fremdwährungskredite, sondern auch Forintkredite, gleichzeitig erhöhten
Unternehmen ihre Eigenwährungs- wie Deviseneinlagen bei den Banken.
Der gesamte Kreditstand der Gewerbetreibenden in Ungarn fiel im April deutlich um
113 Milliarden Forint (alle Daten wechselkursbereinigt) auf nun noch 7.481 Milliarden Forint (entspr. ca. 27,11 Mrd. EUR). Die Guthaben stiegen dagegen um 147 Milliarden
Forint auf 3.813 Milliarden Forint. Im Gegensatz zum Trend auf dem privaten Kreditmarkt stieg jedoch der Anteil von Fremdwährungskrediten wieder von 56,1% im
März auf 56,6% im April. Zum Vorjahr gibt es dabei aber immer noch einen Rückgang um 4,4 Prozentpunkte.
Der Wert neu vergebener Kredite im April an ungarische Firmen (außer Banken und
andere Finanzunternehmen) erreichte im April 192,1 Milliarden Forint (ca. 700 Mio EUR) und damit deutlich weniger als die 227 Mrd. Forint im März und nur etwas mehr
als die 181 im Krisenmonat April 2009. Der durschnittliche Zinssatz lag bei 7,17%, etwas höher als im März, aber deutlich unter den 11,63% vom April 2009.
Überziehungskredite (Dispo) wurden für 727 Mrd. Forint in Anspruch genommen. Für fest angelegte Guthaben zahlten die Banken gut 5% Zinsen, vor einem Jahr waren es
noch 9%, vor einem Monat ca. 5,2%. Der Anteil der auf Euro lautenden Kreditverträge erhöhte sich von 112,5 Mrd. HUF im März auf 126,2 Mrd. im April, für diese waren im
Schnitt 3,7% Zinsen fällig, billiger als die knapp 4% im März.
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