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(c) Pester Lloyd / 24 - 2010 KULTUR 17.06.2010
Abgehängt
Illusionen der postsozialistischen Wirtschaft in der zeitgenössischen Kunst - Ausstellung in Budapest
Eine Ausstellung in der Budapester Kunsthalle am Heldenplatz widmet sich ab 17. Juni den wirtschaftlichen Utopien der postsozialistischen Ära in Osteuropa.
Tiefgreifende Veränderungen, die durch die Brille zeitgenössischer Künste die schwierige Suche nach einer neuen Identität und Werten spiegeln.
Finanzkrise, Wirtschaftskrise und nun die Eurokrise, kein
anderes Wort scheint die Menschen gegenwärtig mehr zu verunsichern. Dass ungezügeltes Profitinteresse und blindes Vertrauen in den selbstregulierenden Markt
offenbar nicht das Maß aller Dinge darstellen, mag eine der Lehren aus den weltwirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Jahre darstellen.
In den ehemals sozialistischen Ländern Europas hat sich
hingegen schon länger die Gewissheit eingestellt, dass die tiefgreifenden Veränderungen des Systemwechsels vor 21 Jahren keineswegs nur blühende Landschaften
hervorgebracht haben und die radikale Neuausrichtung auf die Marktwirtschaft den Menschen auch Verluste und neue Probleme bescherte.
Eine Gruppenausstellung in der Budapester Kunsthalle hat
sich eben jene wirtschaftlichen Illusionen, Utopien und falschen Hoffnungen zum Thema gemacht, denen im Laufe der Jahre bei vielen Menschen zunehmend
Ernüchterung folgte. In der Ausstellung „A pult mögott“ („Hinter dem Tresen“) beleuchten Künstler, überwiegend aus Zentral- und Osteuropa, individuell die
momentanen gesellschaftlichen Zustände in ihren Ländern als ein Ergebnis der wirtschaftlichen Veränderungen vergangener Dekaden. Gerade im Vergleich mit
Westeuropa wird dabei deutlich, dass die gesellschaftlichen Entwicklungen in diesen Ländern nur bedingt dem vorgezeichneten „westlichen Modell“ folgen und sich nach wie
vor auf der Suche nach einer eigenen Identität befinden.
Unter den 32 Künstlern befinden sich mit Clemens von Wedemeyer und dem
Künstlerkollektiv Reinigungsgesellschaft auch zwei Vertreter aus Deutschland. Die EU gestützte Ausstellung wird am 17.Juni um 19 Uhr eröffnet und wird bis zum
19.September 2010 in der Mucsarnok (Kunsthalle) am Heldenplatz zu sehen sein.
Mücsarnok
Dózsa György út 37. (Hösök tere) +36 1 460 7000, mucsarnok@mucsarnok.hu Ticket-Informationen unter: www.mucsarnok.hu
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