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(c) Pester Lloyd / 24 - 2010 WIRTSCHAFT 19.06.2010
Minister wirft Finanzamt Versäumnisse bei Malév vor
Offensichtlich hat die neue ungarische Regierung
nun einen Vorwand gefunden, der es ihr leichter macht, den Chef des Finanzamtes APEH, János Szikora (Foto), loszuwerden. Wie berichtet, möchte die Fidesz-Regierung möglichst bald die
gesamte Finanzamtsspitze mit eigenen Leuten besetzen. Wirtschafts- und Finanzminsiter György
Matolcsy hat eine "sofortige Untersuchung" der Rolle des Finanzamtes bei der Eintreibung von Steuerschulden der Fluglinie Malév im Jahre 2008
angekündigt. Der Vorwurf an den Chef des Finanzamtes lautet dahingehend, dass Szikora 2008 eine Steuerschuld der Malév gegenüber dem Finanzamt von 1,17 Milliarden
Forint (heute ca. 4,2 Mio EUR) nicht den Vorschriften gemäß eingetrieben habe.
Die APEH erklärte hingegen, sie habe auf Antrag des Unternehmens eine Vollstreckung
gegen eine Ratenzahlung ausgesetzt, so wie das bei allen anderen Unternehmen auch stattfindet. Der Minister will die Untersuchung des Falles "binnen einer Woche"
abgeschlossen haben, wobei es offensichtlich auf den Nachweis einer politischen Beeinflussung der Entschiedung von Szikora durch die damalige Regierung hinauslaufen
wird. 2008 gehörte die Malév noch der russischen AirBridge, vor einigen Monaten wurde die Fluglinie in einer Notaktion rückverstaatlicht. Angeblich bedarf es allein für die
Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit zusätzlicher rund 50 Milliarden Forint (180 Mio EUR) vom Staat für die kommenden drei Jahre, bis die Airline wieder schwarze Zahlen schreiben soll.
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