|
(c) Pester Lloyd / 24 - 2010
POLITIK 15.06.2010
Jobbik will nicht mehr finno-ugrisch sein
Die rechtsextremistische ungarische Partei Jobbik verlangt die Gründung eines
staatlichen Institutes für Ungarische Frühgeschichte, das die "wirkliche Herkunft" der Ungarn, bzw. "des Ungarntums", “frei von historischen Vorurteilen” erforschen soll.
Dabei solle nicht die "offizielle Position" als Lehrmeinung übernommen, sondern eine unbefangene Neueinschätzung von Quellen betrieben werden. Jobbik stellt sich auf den
Standpunkt, dass die ethnologische wie linguistische Zuordnung der Ungarn zu den Finno-Ugren ein Konstrukt der Habsburger gewesen ist, um die ungarische Identität zu
vernichten und "den Stolz der Ungarn zu brechen". Jobbik verbreitet eine Theorie, wonach die Vorfahren eher in einer skythisch-awarisch-magyarischen "Kontinuitätslinie"
zu suchen sind. In diesem Zusammenhang begrüßte die neofaschistische Blut-und-Boden-Partei ein Projekt des Kulturstaatssekretärs Géza Szócs, der ein
genetisches Datenbankprojekt in Auftrag geben will, das eine Bestandsaufnahme über die Gensituation in Ungarn ermöglicht. Wir tippen auf Einflüsse aus Kroatien,
Deutschland, Österreich sowie diverse slawische Vermischungen und sind gespannt auf die nächsten wegweisenden Schlussfolgerungen (Verrassung?) aus der Wissenschaftsabteilung von Jobbik.
DISKUTIEREN SIE ZU DIESEM THEMA IM GÄSTEBUCH
|