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(c) Pester Lloyd / 24 - 2010  BUDAPEST 17.06.2010

 

Kunst und Kulinarik

Im KOGART in Budapest wird an der Symbiose noch gearbeitet

Der Bankier Kovács Gábor setzte 2003 aus den Anfangsbuchstaben seines Namens das KOGART zusammen und gab der schönen Villa nahe dem Budapester Heldenplatz und dem Stadtwäldchen diesen programmatischen Titel, wobei die zweite Silbe insbesondere auf die Leidenschaft des Eigentümers hinweisen soll: Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts zu sammeln und in den oberen Räumen der um 1890 von Ferenc József Landauer gebauten einstigen Sommerresidenz auszustellen.

Dass Kunst und Kulinarik eine geschmackvoll Symbiose eingehen können, kann im KOGART durchaus erlebt werden. In den unteren Gasträumen sowie im weiträumigen, schattigen Gartenlokal serviert man leichte Gerichte der internationalen Küche mit einem kleinen und sympathischen ungarischen Akzent. Man ist dabei bemüht, dem formulierten Anspruch eines Spitzenrestaurants gerecht zu werden (Preise bei den Hauptspeisen zwischen 2.500 und 4.000 Ft 8-16 EUR), was allerdings noch nicht durchgängig gelingt. So servierte man bei unserem Besuch zwar eine geschmacklich hervorragende Gänseleberpastete, allerdings neben einem Stück undefinierbarem, schliff gebackenem Obstkuchen. Das Pangasius-Filet kam zwar interessant gewürzt und mit einem feinen Gemüseriegel auf den Teller, war aber teilweise im Inneren noch roh. Selbst Schuld, wenn man in Ungarn Fischgerichte bestellt! Die Karotten- oder Tomatensuppen, die auf den Punkt gegarten Großgarnelen sowie die unaufdringlichen Desserts sind handwerklich gut gemacht und die Präsentation ist ansprechend, obwohl allem noch der allerletzte Schliff fehlt.

Enttäuschend ist das Weinangebot, das – abgesehen von zwei Gere- und einem Bock-Wein (beide Villány) - kaum ungarische Spitzenwinzer im Angebot bereit hält und von internationalen guten Tropfen auch nicht die Rede sein kann. Beide probierten, durchaus trinkbaren Weißweine (Szőlősgyöröki Sauvignon Blanc und Szigligeti Olaszrizling, beide 2008) wurden zu warm serviert. Und der ansonsten sehr feine Tokajer Royal (Áts Cuvée 2007) zur uninspirierten Käseplatte musste wegen Unreinheiten in Glas und Flasche – ersatzlos! - zurückgegeben werden. Der Service ist zwar freundlich und bemüht, bei Reklamationen aber überfordert und in seinen Reaktionen unprofessionell.

Erst wenn das KOGART im Lokal die Qualität erreicht, wie sie meistenteils von den Ausstellungen im Obergeschoss ausgeht, kann man von jener angestrebten Symbiose von Kunst und Kulinarik in diesem geschmackvollen Haus sprechen. Die Richtung stimmt, aber ein paar kräftige Schritte sind auf diesem Weg noch zu beschreiten...

KOGART Ház, Restaurant und Galerie
H-1062 Andrássy út 112
Tel.: +36 1354 3820
info@kogart.hu
www.kogart.hu
 

 

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