|
(c) Pester Lloyd / 28 - 2010 KULTUR 13.07.2010
Musik auf Reisen
25jährige Chorfreundschaft Ungarn - Thüringen
Auf Einladung des Gemischten Chores Schackendorf/Veilsdorf reiste „Musica Beata“, der Partner-Chor aus Szentendre bei Budapest Ende Juni nach Thüringen,
um dort gemeinsam die 25jährige intensiv gelebte Partnerschaft zu feiern.
Diese drückt sich aus in regelmäßigen wechselseitigen Besuchen, Konzerten in Ungarn
und Thüringen, vielen privaten Freundschaften, die die Familien einbezieht, und natürlich temperamentvolle Feiern, bei denen die Küchen und Keller beider Länder
sowie die Temperamentsskala der Choristen intensiv gefordert wurden.
Der ungarische Chor “Musica Beata” aus Szentendre
Die Schackendorfer waren beim Empfang „ihrer“ Ungarn exzellent vorbereitet und
perfekt auf die Gäste eingestellt. So konnten sich diese auch schnell von der Reise erholen, auf der ihrem Bus die die Klimaanlage ausgerechnet dann versagte, als der
Sommer in Deutschland endlich einsetzte. In den schön renovierten Häusern der Schacken-und Veilsdorfer warteten die bequemen Betten und reichlich gedeckten
Tische auf die Gäste, von denen die meisten ihre Gastgeber seit langem kannten.
Der erste Höhepunkt war das gemeinsame Konzert in Veilsdorf, wo sich zeigte, dass im
Repertoire beider Chöre eine gegenseitige Beeinflussung und Durchdringung der Chorwerke stattgefunden hat.
Und die Sangesfreunde aus Thüringen
Die Thüringer sangen das ungarische Volkslied „Dana-Dana“ von Lajos Bárdos zwar in
deutscher Sprache, aber in Klang und Rhythmik durchaus gekonnt ungarisch, wie auch weiter Werke, wie z.B. von Zoltán Kodály. Im Programm fiel auch die
„Porzellankantate“ auf, die vom Chorleiter Hans Pfeifer komponiert worden war und sozusagen einen eigenen künstlerischen Beitrag zur thüringischen Regionalgeschichte
darstellte. „Musica Beata“, wie gewohnt klangsicher im historischen internationalen Repertoire (u.a. Pitoni, Certon), brillierte mit neueren ungarischen Volksliedern und
natürlich mit deutschem Liedgut von Schein, Mendelssohn-Bartholdy sowie dem fränkischen Lied „Adé, zur guten Nacht“, was zum freudigen gemeinsamen Singen der Klangkörper animierte.
Die Schackendorfer Herzlichkeit kam in freundlichen Worten für die Gäste genauso zum
Ausdruck wie in der sorgsamen Beachtung der Leistungen der eigenen Sangesfreunde, die für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft geehrt wurden, - einige sind 45 Jahre
dabei. Dem ebenso lange engagierten Chorleiter Hans Pfeifer konnte zudem noch einmal für seine hohe Auszeichnung gratuliert werden: der Verdienstmedaille zum
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, die damit auch den Chor und das Volkskunstschaffen ehrte und aufwertete. Die Chorleiterin von „Musica Beata“,
Zsuzsanna Kovács Wolf, fand herzliche Worte für den Chor, die lange Partnerschaft in den Wirren der Jahrzehnte sowie für seinen Leiter. Sie betonte, dass es auch einem
Staatswesen in Krisenzeiten gut anstünde, gerade jene Kultur zu würdigen, die direkt in das Leben der Menschen positiv hinein wirkt.
Abstecher der Ungarn nach Coburg mit seiner Veste und ins weitere Rothenburg ob der
Tauber mit einem Konzert in der dortigen Kirche brachte bleibende Erinnerungen an schöne deutsche Landschaften und dortige Begegnungen. Beim Abschlusskonzert beider
Chöre in Schackendorf übertrafen sich die Gastgeber nochmal mit heiteren Lieder, originalen Volkstänzen und temperamentvollen Einlagen, einem selbst vorbereiteten
Büfett vom Allerfeinsten sowie Wein, Bier und Gesang“, was manches Sprachproblem unwichtig erscheinen ließ. Selbstredend war der Dank der Ungarn verbunden mit einer
Gegeneinladung 2012 nach Szentendre, der Kunststadt an der Donau. Darauf freuen sich alle Seiten bereits sehr und das spornt zu neuen Ideen an, um sich dann Standes
gemäß revanchieren zu können.
Eveline Schicker-Figura
DISKUTIEREN SIE ZU DIESEM THEMA IM GÄSTEBUCH
|