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(c) Pester Lloyd / 31 - 2010  BUDAPEST 04.08.2010

 

Notbremsung verschoben

Ärger um neue Metrozüge in Budapest nimmt kein Ende

Das Hickhack um die neuen Metrozüge der französischen Firma Alstom geht in die nächste Runde. Gábor Demszky, Noch-Bürgermeister von Budapest, verkündete gestern vor Pressevertretern, dass die Budapester Verkehrsbetriebe BKV und Alstom vertraglich verpflichtet seien, noch weitere sechs Monate zusammenzuarbeiten, um endlich die seit 2006 ausstehende Betriebserlaubnis für die neuen Züge der Metrolinie 2 und der im Bau befindlichen M4 von der ungarischen Verkehrsaufsicht NKH zu erhalten.

Bisher war das Zulassungsverfahren an diversen technischen und bürokratischen Hürden gescheitert, sodass die Stadt Budapest Anfang Juni beschlossen hatte, den Vertrag mit Alstom aufzukündigen, sollten die Züge nicht bis Ende Juli rollen. Allem Anschein nach werden BKV und Alstom nun wohl noch ein halbes Jahr länger miteinander kooperieren und nach einer Problemlösung suchen müssen, sofern Alstom nicht bis Mitte August von seinem Recht auf Berufung Gebrauch macht. Für Ende August kündigte Demszky an, dass sich die Stadtversammlung mit dem Problem auseinandersetzen und einen Lösungsvorschlag vorlegen werde.

Einer der neuen Alstom-Züge bei einer Probefahrt in Budapest

Laut Attila Gulyás, Vorsitzender der BKV-Gewerkschaft, wäre etwa denkbar, dass Alstom kleinere Änderungen an den von der NKH beanstandeten Bremsanlagen vornimmt, um den ungarischen Sicherheitsregularien zu genügen. Damit könnten die Verkehrsbetriebe sogar 3,5 Milliarden HUF einsparen, da man sich dadurch die Anpassung der alten sowjetischen Schienenstränge an die neuen Züge erspare. Es liege nun an den drei Beteiligten BKV, Alstom und NKH, sich darauf zu einigen, wie die Züge modifiziert werden müssen, um die Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen.

Sollte es zum schlimmsten kommen und keine Einigung erzielt werden, so wäre die Stadt Budapest nur teilweise aus dem Schneider. Diese hatte nämlich die 30 Milliarden HUF (ca. 106 Mio EUR) Vorschusszahlungen an Alstom (etwa die Hälfte der Bestellungssumme für die Metrolinien 2 und 4) durch Bankbürgschaften abgesichert. Allerdings droht der BKV die Rückzahlung von EU-Fördergeldern, sollte es im Fall der neuen Metrolinie 4 nicht zu einer Einigung mit Alstom kommen. Im Guten wie im Schlechten werden die nächsten sechs Monate aber zumindest endlich eine Entscheidung bringen.

-cp.
 

 

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