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(c) Pester Lloyd / 31 - 2010  BUDAPEST 14.08.2010

 

Partisanen-Dinner

Spitzengastronomie in Budapester Wohnzimmern

Kerzen flackern im Toreingang. Stimmengewirr und Gelächter plätschert vom Obergeschoss die Stufen zu uns hinunter. Zögerlich, ob wir hier auch wirklich richtig sind, machen wir uns auf den Weg nach oben. Schon empfängt uns unser Gastgeber, nennen wir ihn Herr Cs., und führt uns durch die Räume zu einem Dinner der anderen Art.

Wir befinden uns in einer Wohnung, mitten in Budapest, unweit der Andrássy út. Blutrote Wände, exquisite Bilder, Kronleuchter und Geschirr und Besteck, das teilweise 100 Jahre alt ist, sind das passende Ambiente zum bevorstehenden Abendessen. Ein Sechs-Gang-Menü erwartet uns, begleitet von den jeweils passenden Weinen und Likören zu jedem Gericht. Gekocht wird heute von „Le loup blanc“, einem französischen Chef, der sein Handwerk seit Jahren erfolgreich praktiziert und dem die Gäste an diesem Abend ein Stück weit über die Schulter schauen dürfen. Bedient werden wir von professionellen Kellnern und Kellnerinnen, so dass das Konzept von Herr Cs. genau aufgeht: private Wohnzimmeratmosphäre kombiniert mit professioneller Service in ausgewählter Runde.

Denn an diesen Abenden, die regelmäßig einmal in der Woche stattfinden, sind nur zwischen 20 und maximal 25 Personen eingeladen. Diejenigen, die kommen dürfen, werden vom Gastgeber persönlich kontaktiert – so hat er die Möglichkeit, die Gästeliste ganz individuell zusammenzustellen. Ein ausgewogener Mix aus Männern und Frauen, aus Künstlern, nationalen und internationalen Gästen, aus allen möglichen interessanten Berufssparten, verspricht allen Teilnehmern einen anregenden Abend. Es gehören aber nicht nur Freunde zu denen, die auf die Gästeliste kommen. Generell kann sich jeder über die Website (s.u.) bewerben - der Gastgeber ruft dann gern zurück und entscheidet nach einem Gespräch.

Live Musik sorgt für eine stimmungsvolle Untermalung. Wir hören an diesem Abend verschiedene Lieder südamerikanischer und ungarischer Herkunft. Herr Cs. war schon immer von dieser Idee eines Wohnungsrestaurant fasziniert, ebenso wie von der Gastronomie an sich. „Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Produkte zu 80-85 Prozent Bio sind. Ich selbst gehe einkaufen, unser Brot backen wir selbst und die Menüs stimme ich gemeinsam mit dem Chefkoch ab. Dabei kombinieren wir ungarische mit internationaler Küche und achten auf saisonale Besonderheiten. Für den Fall, dass unter den Gästen Vegetarier oder Menschen mit bestimmten Unverträglichkeiten sind, improvisieren wir natürlich!“ - so der Gastgeber. Unser Menü ist sehr köstlich, jeder Gang entspricht der Küche eines Spitzenrestaurants. 15.000 Forint, also rund 53.- EUR zahlt man für ein Sechs-Gänge-Menü einschließlich der jeweils passenden Weine, aber ohne eine lästige Servicegebühr.

Die Idee eines solchen „Partisanen-Dinner“ ist nicht neu, es gibt so was schon länger und in Städten wie New York, Paris und Berlin gehören diese Events bereits zur Szene, wenn auch oft in nicht ganz so gehobenen Ausformungen. In Budapest ist diese Idee noch neu, wird aber gerne angenommen. „Wir sind erst seit ein paar Monaten aktiv“, erzählt unser Gastgeber, „doch schon gelten wir als Geheimtipp und bekommen laufend Anfragen.“ Da allerdings nicht alle diese Leute an den Dinners teilnehmen können, gibt es die Möglichkeit, ab ca. 23 Uhr, wenn das eigentliche Essen nahezu vorbei ist, sich hier zu einem Drink zu treffen und nicht selten wird eine Party daraus.

A.C.

Info, Anmeldung und Kontakt:
www.partizandiner.com
Fotos: ebenda
 

 

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