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(c) Pester Lloyd / 33 - 2010
POLITIK 16.08.2010
IWF warnt Ungarn vor Übermut
Der Missionsleiter für die Aufsicht über die Notkredite für Ungarn beim Internationalen Währungsfonds (IWF), Christoph Rosenberg, hält den "Bruch" mit
seiner Institution seitens der neuen ungarischen Regierung für gar keinen guten Plan, dazu seien die Märkte zu wankelmütig und brutal. Nächstes Jahr braucht das Land aber mehr Geld.
In einem Gespräch mit der französischen Tageszeitung
Le Monde, meinte er: "Tatsächlich brauch Ungarn im Moment den Internationalen Währungsfonds nicht, doch der Refinanzierungsbedarf wird 2011 viel höher
sein als in diesem Jahr", (u.a. auch weil Ungarn mit der Rückzahlung des 14,6 Mrd. Notkredites beginnen muss.) "Und wir haben gesehen, wie brutal sich das
Klima an den Märkten ändern kann." ergänzte Rosenberg seine Warnung. Da helfe es auch nicht viel, wenn jeder Besucher erklärt bekomme, Ungarn könne
sich am internationalen Finanzmarkt ausstatten.
Zwar habe der Gesprächsabbruch keine Panik unter
Investoren und Geldgebern ausgelöst und auch der Forintverfall hielt sich in Grenzen, doch mit mittlerweile 82% Verschuldungsrate, befinde sich
Ungarn schon im Spitzenfeld der sich entwickelnden EU-Länder und sei damit ziemlich "anfällig". Auch Rosenberg verwies auf das schlimme
Schicksal, dass privaten Fremdwährungskreditnehmern mit einem starken und dauerhaften Forintverfall zwangsläufig drohe. Auch daher solle man das
Haushaltsdefizit nicht davonlaufen lassen. Immerhin, so Le Monde, habe Ungarn nicht so getrickst wie Griechenland, aber die Performance des Landes wie die der Politiker
sei nicht viel besser, zitiert man einen ungarischen Bankanalysten, weshalb das Vertrauen der Investoren auf wackeligen Füßen stehe.
Nach der letzten turnusmäßigen Kontrolle der Einhaltung der Vereinbarungen zwischen
Ungarn und dem IWF, erklärte Ministerpäsident Orbán, dass es mit dem IWF nichts mehr zu verhandeln gäbe und er die Defizitziele und andere Fragen nur noch mit der
EU besprechen werde. Er und seine nationalkonservative Partei Fidesz stilisierten den Bruch mit dem IWF zu einer Art nationalökonomischem Befreiungskampf hoch, die
extreme Rechte nutzte den Streit für antisemtische Stimmungsmache.
Ende 2008 hatten IWF und EU das Land mit einem 20 Milliarden Stand-by-Kredit vor der
Zahlungsunfähigkeit gerettet, die Gelder müssen von 2011 bis 2014 zurückgezahlt werden.
-red.
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