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(c) Pester Lloyd / 35 - 2010
NACHRICHTEN 30.08.2010
Arsen-Werte im ungarischen Trinkwasser auf "gefährlichem" Niveau
Im Trinkwasser von 475 ungarischen Städten und Gemeinden wurden Verunreinigungn,
besser gesagt: Vergiftungen mit Arsen gemessen. Rund 500.000 Menschen, immerhin rund 5% der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen, am meisten im Komitat
Bács-Kiskún. Nach Angaben der betroffenen Wasserwerke haben die Messwerte mittlerweile in 72 Ortschaften "gefährliche" Level erreicht, die EU-Richtlinie erlaubt einen
Höchstwert von 10 Mikrogramm je Liter.
Zynisch mutet da die Äußerung eines István Farkas, Direktor der Halasvíz Kft., einer der
betroffenen Wasserverteiler an, der von Duna-TV mit den Worten zitiert wird, dass man zwar entsprechende Anlagen und Technologien einsetzen und installieren könnte, um die
Arsen-Konzentration zu verringern, das würde die Kosten für das Wasser aber stark erhöhen, ja, die Haushalte müssten sogar mit doppelt so hohen Wasserpreisen wie bisher
rechnen. Andere Experten rechneten vor, dass ein Einwohner über Jahrzehnte täglich rund 20 Liter des kontaminierten Wassers trinken müsste, um gesundheitliche
Schädigungen zu bekommen. Andererseits erläutern Mediziner, dass Arsen vor allem Herz- und Kreislaufkrankheiten befördert, die in Ungarn zu einer weit unter EU-Schnitt
liegenden Lebenserwartung führen.
Das Gesundheitsamt hat sich noch nicht offiziell zu geplanten Schritten geäußert.
Eigentlich sollte Ungarn seit 2009 die EU-Normen für Trinkwasserreinheit erfüllen, daher könnten auch von dieser Seite Sanktionen drohen. Besorgten Bürgern wird empfohlen,
das Leitungswasser vorerst nur zum Waschen zu nutzen, nicht zum Trinken.
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