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(c) Pester Lloyd / 35 - 2010 WIRTSCHAFT 01.09.2010
MKB: Klotz am Bein der Bayern LB
Die ungarische Tochter der BayernLB, MKB (Ungarische Außenhandelsbank), musste im
zweiten Quartal ihre Risikovorsorge für notleidende Kredite massiv, um 125 Millionen auf jetzt 355 Mio. EUR (im Jahr zuvor nur 37 Mio) erhöhen und schloss das erste Halbjahr -
auch daher - mit einem Verlust von 175 Mio EUR ab, was auch das Ergebnis der Bayerischen Landesbank belastete.
Diese hatte sich nach Milliardenabschreibungen wegen der verlustreichen Beteiligung an
der Hypo Group Alpe Adria gerade erst wieder erholt, doch die Ungarn bleiben weiterhin ein teurer Klotz am Bein der Bayern. Die BayernLB musste in der Finanzkrise vom
Mehrheitseigentümer, dem Freistaat Bayern mit einer Milliardenspritze gerettet werden. Um diese genehmigt zu bekommen, umfasst das Restrukturierungsprogramm jedoch
auch die Abstoßung der MKB in Ungarn, die jetzt nicht mehr vor 2013 erwartet wird.
Es gab kürzlich Gerüchte, dass der ungarische Staat über die im Staatsbesitz befindliche
MFB (Ungarische Entwicklungsbank) Interesse an einer Übernahme der MKB habe, der kolportierte Preis war aber so gering, dass man dies nicht als seriöses Angebot, eher als
Versuchsballon ansehen musste. Durch die Finanzsondersteuer wird die MKB noch Ende des Jahres mit weiteren außerplanmäßigen 50 Mio EUR belastet, die wohl nur über eine
Kapitalerhöhung seitens der Bayern zu schultern sein wird. Außerdem hängt der MKB noch ein Schadensersatzprozess in den USA an, bei dem es um die Ansprüche von Erben von
Holocaustopfern geht, deren Eigentum vom Rechtsvorgänger der MKB unrechtmäßig eingezogen worden sein soll. Die MKB bestreitet allerdings vehement, Rechtsnachfolger
irgendeines Institutes aus den Vierziger Jahren zu sein.
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