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(c) Pester Lloyd / 35 - 2010  NACHRICHTEN 01.09.2010

 

Alle Ungarn unter einem Dach

Bürgermeister von Monok bietet Ungarn aus dem Ausland Kossuths Geburtshaus als Meldeadresse an

Ein besonders eifriger Patriot, der Bürgermeister der nordungarischen Stadt Monok, hat all jenen Auslandsungarn, die ab kommendem Jahr die vereinfachte ungarische Staatsbürgerschaft erwerben wollen, angeboten, in seinem Ort eine Meldeadresse zu erhalten. Dies würde die auf dem Papier heimgeholten ethnischen Ungarn aus den Nachbarländern auch in den Genuss des Wahlrechts und den von Sozialleistungen bringen, die ihnen ohne einen festen Wohnsitz in Ungarn verwehrt blieben. Als Briefkastenadresse bot Bürgermeister Zsolt Szepessy allen Interessenten das Geburtshaus des Nationalhelden Lajos Kossuth (Foto) an, das in seiner Gemeinde steht. Kossuth ist der Held des ungarischen Unabhängigkeitskampfes gegen Habsburg 1848/49. Er musste nach der Niederschlagung ins Exil, u.a. in die USA und befand sich bis zu seinem Tode in Turin in dauerndem politischen Zwist mit den Vertretern, die 1867 den "Ausgleich" mit Habsburg aushandelten.

Auch wenn die neue Regierung selbst der eifrigste Sendbote nationalen Symbolimsus´ist, die Aushebelung zentraler Gesetze geht ihr dann doch zu weit. Tamás Wetzel, Regierungskommissar für die Umsetzung der neuen Staatsbürgerschaftsgesetzgebung, erklärte das Ansinnen des Monoker Bürgermeisters als "illegal". Ein Bürgermeister, auch kein Gemeinderat, habe das Recht, eine solche Entscheidung zu treffen. Der Gedanke, dass dann tausende Bürger unter einer einzigen Adresse, noch dazu einem Museum, gemeldet seien, bezeichnete Wetzel als "absurd".
 

 

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