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(c) Pester Lloyd / 36 - 2010
POLITIK 07.09.2010
Heldengeschichten
Taliban-Angriff: zweiter Soldat aus Ungarn tot - Truppe wird aufgestockt
Der vor zwei Wochen bei Kampfhandlungen mit Taliban in Afghanistan schwer verletzte ungarische Soldat ist gestern gestorben. Der Verteidigungsminister wird
200 weitere Soldaten in den Auslandseinsatz schicken und 50 Mio EUR dafür bereitstellen. Zweifel an dem Einsatz lässt er nicht gelten, auch wenn sich die
Gründe dafür immer schwerer darstellen lassen.
Der vor zwei Wochen bei Kampfhandlungen mit Taliban in Afghanistan schwer verletzte
ungarische Soldat György Kolozsvári (Foto: Verteidigungsministerium), ist am Dienstag im Budapester Armeekrankenhaus gestorben, teilt das Verteidigungsministerium mit. Der 37jährige
Oberfeldwebel war während einer Patrouillenfahrt angegriffen worden, sein Fahrzeug wurde von einer panzerbrechenden Waffe getroffen. Eine Kameradin war auf der
Stelle tot, drei weitere wurden verletzt. Lesen
Sie hier unseren ausführlichen Bericht dazu.
In einem Interview für die Wochenzeitung "Heti
Válasz" wurde Verteidigungsminister Csaba Hende gefragt, warum Ungarn überhaupt in Afghanistan engagiert ist. Immerhin hatte der Minister neue
Offiziere mit dem Schwur vereidigt, nicht für fremde Mächte und Ideologien zu kämpfen, sondern nur für die nationalen Interessen des Landes. Hende meinte darauf, dass es sich
in Afgahnistan um eine "wertebasierte Allianz" handelt, die unter UN-Mandat steht und an der u.a. 28 NATO-Partner beteiligt sind. Die Ungarn haben dem NATO-Beitritt mit
85% zugestimmt, was auch beinhaltet, dass man einem angegriffenen Mitgliedsland zur hilfe kommen muss. Die USA wurden 2001 angegriffen, daher sei die Mission in
Afghanistan rechtlich und moralisch einwandfrei, eine Abkehr ist für Ungarn undenkbar, so der Minister.
Dass die Mission seit neuen Jahren andauert und sich die Situation im Lande eher
verschlechtert als verbessert, ist auch kein Grund für Hende an eine Rückrufung seiner Soldaten zu denken. "Den Krieg zu gewinnen, ist überhaupt nicht unser Ziel", sagte der
Verteidigungsminister auf die Frage, dass es danach aussieht, dass man den Krieg dort gar nicht gewinnen könne. Hende formulierte, dass man die Regierung in Afghanistan
dafür rüsten will, dass das Land nicht zu einem Paradies für Terroristen wird, die das World Trade Center angriffen und ungarische Soldaten, “unsere Helden”, mit
Raktenwerfern getötet haben. "Wir sind da, weil wir Schulen bauen, Brunnen graben, so wie es unsere Helden taten, die niemandem Leid getan haben, die nicht einmal in
Kampftruppen dienen..." Gefragt, ob Hende, selbst Reserveoffizier, bereit sei für seine Heimat zu sterben, sagte Hende: "Ich war ja in Afghanistan (als Minister mit massivem
Sicherheitsaufgebot, Anm.), ich fuhr im selben Fahrzeug in dem unsere Heldin getötet wurde. Aber die Soldaten wollen natürlich nicht sterben, sie wollen ihre Mission erfüllen.
Und ja, dafür sind sie auch bereit ihr Leben zu riskieren."
Derweil hat Verteidigungsminister Csaba Hende vorgerechnet, dass die Einlösung des
Versprechens der Vorgängerregierung, 200 weitere ungarische Soldaten nach Afghanistan zu schicken fast 50 Mio EUR mehr im Jahr kosten wird. Die Zusage erteilte die
Bajnai-Regierung im Rahmen einer NATO-Anfrage, die, aufgrund einer Absprache mit der Karzai-Regierung eine Aufstockung vor allem von Ausbildern für Polizei und Militär
vorsieht. Ungarn werde seine Verpflichtungen bei der NATO in jedem Fall einhalten, auch wenn man von der Vorgängerregierung bei der Sicherstellung der Finanzierung dieser
Aufgaben im Stich gelassen worden ist, so Hende. Man werde die Mehrkosten daher ins Budget 2011 einrechnen.
red.
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