|
(c) Pester Lloyd / 37 - 2010
NACHRICHTEN 13.09.2010
Ungarn gibt Antike Kunst an Griechenland zurück
Ungarn wird, auf Anordnung des für Kultur zuständigen Ministers, 28 antike Artefakte,
darunter Statuen, Mosaiken und Kunsthandwerk aus dem Budapester Museum der Schönen Künste an Griechenland zurückgeben. Das erklärte Staatssekretär János Halász
am Sonntag. Diese Entscheidung sei das Ergebnis bilateraler Gespräche mit seinem griechischen Amtskollegen und solle der Verbesserung der Beziehungen beider Länder
dienen. Diese "Geste" steht im Zusammenhang mit der Teilnahme Ungarns als offiziellem Partnerland der 75. Messe in Thessaloniki, die dieser Tage stattfindet.
Genauere Hintergründe zur Rückgabe wurden nicht bekannt gegeben, z.B. ob es sich um
eine konkrete Forderung der Griechen handelte, welcher Provinenz die Gegenstände sind, bzw. auf welcher Rechtsgrundlage dies geschah und warum gerade diese 28 Stücke
ausgesucht wurden. Nach jetzigem Wissensstand sieht es so aus, als ob das Ministerium nach Gutdünken gehandelt hat, um Ungarn wirtschaftlich in eine günstige Position bei
griechischen Partnern zu bringen. Wie Hohn klingt zudem Halász´Bemerkung: "Ungarns Entscheidung soll anderen Ländern als Beispiel dienen ...", weil sich das Land sonst bei
Restitutionen sehr unkooperativ zeigt. Museen und Gerichte sperren sich z.B. massiv bei der Rückgabe von geraubtem jüdischen Besitz, selbst wenn die Erben ihre
Eigentumsrechte zweifelsfrei nachweisen können, wie diese Geschichte eindrucksvoll
belegt. Ebenso strikt beharrt man auf das durch die Sowjets und später durch die
ungarischen Stalinisten enteignete Hab und Gut.
DISKUTIEREN SIE ZU DIESEM THEMA IM GÄSTEBUCH
|