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(c) Pester Lloyd / 39 - 2010  OSTEUROPA 27.09.2010

 

Rumänien vor neuem Exodus von Ärzten

Ein neues Gesetz verbietet rumänischen Ärzten, gleichtzeitig in einem Krankenhaus und in einer privaten Praxis zu arbeiten. Die Regierung war der Meinung, dies würde den Interessen der Patienten dienen, da die Ärzte so mehr Zeit für deren Betreuung hätten. Doch mit der Regelung könnte der Exodus rumänischer Ärzte aus dem staatlichen Gesundheitssystem noch deutlich beschleunigt werden.

Die meisten Ärzte, die in Krankenhäusern angestellt sind, arbeiten nebenbei in privaten Arztpraxen, weil sie mit dem Einkommen aus ihrer Kliniktätigkeit nicht einmal annähernd auskommen. In kleineren Spitälern verdienen selbst die Oberärzte zum Teil weniger als 500 EUR im Monat. Wenn den Ärzten nun der Nebenerwerb untersagt wird, so die begründete Befürchtung, werden noch mehr Mediziner das Land verlassen. Nach Statistiken der Gesundheitsbehörden haben im letzten Jahr rund 3.000 medizinisch ausgebildete Arbeitskräfte das Land verlassen, 2007 waren es derer nur 1.000. Viele Kliniken sind schon jetzt unterbesetzt, das neue Gesetz könnte die Lage bis zum Notstand verschärfen, werfen Ärztevertreter der Regierung vor und bezeichnen das neue Gesetz als "kontraproduktiv". Nur ein ausreichendes Einkommen mit beruflichen wie materiellen Perspektiven werde dauerhaft genügend Mediziner binden.
 

 

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