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(c) Pester Lloyd / 39 - 2010  GESELLSCHAFT 27.09.2010

 

Großer Auftritt

Der ungarische Präsident vor der UNO

Am Freitag hatte der neue ungarische Staatspräsident Pál Schmitt seinen ersten Auftritt vor der UN-Generalsversammlung in New York. Bei seiner Rede stellte er die seinem Land zufallende EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2011 ins Zentrum sowie den Willen seines Landes nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates 2012/13 zu werden.

In weitschweifigen Formulierungen ließ sich Schmitt über die angeblichen Anstrengungen seines Landes aus, Gegensätze zwischen Völkern zu überwinden und die globale Zusammenarbeit zu vertiefen. Während der EU-Ratspräsidentschaft will Ungarn mithelfen, die globale Handlungsfähigkeit der Europäischen Union zu verbessern. Schmitt behauptete weiter, "der Schutz der Menschenrechte ist der Eckpfeiler der ungarischen Außenpolitik". Ungarn kämpfe "an vorderster Front" im Kampf gegen "alle Formen von Diskriminierung, einschließlich der Diskriminierung wegen der nationalen oder ethnischen Herkunft."

Auch in dieser Rede wurde wieder deutlich, welche Art von Minderheiten er mit seinem Schutz zu bedenken gedenkt, in dem er unterstrich, "dass die Minderheitenrechte, speziell bei der Bewahrung ihres kulturellen und sprachlichen Erbes ganz oben auf der internationalen Agenda" stehen sollten. Ein klarer Hinweis auf die Belange der Auslandsungarn, die er in den ersten Wochen seiner Amtsszeit ausführlich besuchte, nicht auf die größte soziale Baustelle im Lande, die Lage der Roma, denen er seit dem 5. August noch keine Visite abstattete.

Schmitt ergoss sich weiter in langen Wortschlangen zum Thema der Minderheitenrechte und gab die Gründung eines Tom Lantos Institutes in Budapest (benannt nach einem kürzlich verstorbenen US-Kongressmitglieds ungarischer Abstammung), das speziell die Rechte von Minderheiten aufarbeiten und "promoten" soll.

red.

 

 

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