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(c) Pester Lloyd / 41 - 2010
BOULEVARD 14.10.2010
Blut & Sake
Starrummel in Budapest: De Niro, Jolie, Pitt und Irons
Budapest erhielt dieser Tage einige Strahlen vom flüchtig-gleißenden Glanze Hollywoods ab. Während Angelina Jolie in die Stadt gezogen ist, um einen
umstrittenen Film über den Bosnien-Krieg zu drehen, ihre Kinder in Buda zur Schule schickt und auch Brad Pitt einmal vorbeischaute, kamen Robert De Niro und
Jeremy Irons zur Eröffnung ihres neuesten Nobu-Restaurants ins Kempinski.
De Niro, Irons und Mesiterkoch Nobuyuki, Foto: Kempinski Budapest
Am Wochenende statteten die Schauspieler Robert De Niro und Jeremy Irons einen
Besuch in Ungarn ab, anlässlich der Eröffnung des neuesten Nobu-Restaurants. Diese Kette ist in Besitz einer Reihe von Hollywood-Größen, auch der ungarischstämmige
Regisseur András / Andrew / Andy Vajda gehört zu ihnen, er zeichnet für das Budapester Haus verantwortlich. Der Auftritt der Stars diente also dem besten denkbaren Zweck, nämlich dem eigenen.
De Niro, Vajda, Koch Nobu bei der traditionellen Sake-Zeremonie zur Einweihung des neuen Lokals
Crossover-Cooking staat bayerischer Schmankerln
Das Nobu, ein stylisches
Japan-Crossover-Lokal, unter der Leitung des in der Szene berühmten Meisterkochs Nobuyuki "Nobu" Matsuhisa, findet man in zwei Dutzend Metropolen der Welt von
Dubai bis New York und nun auch im Budapester Kempinski Hotel. Dort soll es das ehemalige Pub V bzw. das später auf bayerisch getrimmte
Kempi Brauhaus ersetzen, das in Eigenregie des Hotels wegen letztlich zu hoher Preise für die recht kühle Brauhausathmosphäre nie so richtig beim Zielpublikum ankam.
Bayerische Schmankerln auf Schickimicki-Niveau, das funktioniert halt nur in München.
Blick ins stylisch-elegante Nobu-Ambiente im Budapester Kempinski Hotel Corvinus. Foto: ebenda
Das Nobu wird es nun mit japanischer Meisterküche, die auf südamerikanische "flavours" trifft,
versuchen. Warum auch nicht. Bei dem Drumherum ist zumindest der In-Faktor gegeben, der vielen ohnehin wichtiger als die Kulinarik ist. Einen Vorgeschmack gab schon einmal der
Starrummel am Sonntag beim "Grand Opening", bei dem ungarische Lokalprominenz wie der Talkmaster Friderikusz und allerlei Sternchen samt Tussi-Anhang auf die Champions
League des Showbiz trafen und sich an Sake und Sushi sowie anderem Fingerfood versuchten.
Robert De Niro nutzte den Budapest-Aufenthalt zu einem Sightseeing-Trip u.a.
ins Budapester Parlament, Fremdenführer war kein geringerer als Ministerpräsident Viktor Orbán, der seine gesamte Familie zum Erinnerungsfoto mitbrachte. Foto: MEH
Umstrittener Film über eine serbisch-bosnische “Liebesgeschichte”
Mindestens ebensoviel mediale Aufmerksamkeit widmen die einschlägigen Medien auch
dem Aufenthalt von Angelina Jolie und Brad Pitt in der ungarischen Haupstadt. Diese waren auch bei der Nobu-Eröffnung, verbaten sich aber Aufnahmen davon. Imagepflege
nennt man das, denn die Oscar-Preisträgerin dreht in Budapest derzeit ihren ersten Film als Regisseurin, eine womöglich anspruchsovlle "Liebesgeschichte" zwischen einem
serbischen Mann und einer bosnischen Frau während des Balkankrieges, wobei die Frau erst von ihrem späteren Lover vergewaltigt wird, der dann aber offenbar eine
Gewissenswandlung durchlebt. Angelina Jolie hat Bosnien mehrfach besucht, als Botschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerkes. Die weibliche Hauptrolle wird Zana
Marjanovic spielen, eine 27jährige Bosnierin. Allzu begeistert ist man in Bosnien aber über den Plot des 15 Millionen Dollar-Films nicht. Wie man hört hat sich eine
Organisation, die sich um weibliche Kriegsopfer kümmert, schon lautstark darüber beklagt, dass Jolie in ihrem Film die systematischen Massenvergewaltigungen praktisch
in romantisches Licht zieht und der Kulturminister des Landes hat, ob derartiger historischer Verzerrungen, die Drehgenehmigung verweigert.
Villa am Normafa, Kinder gehen in internationale Schule
Pittoresk-marode Straßen des VII. Bezirks rund um den Rózsak Platz haben beim Dreh in
Budapest nun die Kulissen Sarajevos in den Neunziger Jahren ersetzt, dazu wurden am Mittwoch alte osteuropäische Autos herangekarrt und massenweise Sandsäcke verbaut,
derer man von der Frühjahrsflut in Ungarn noch reichlich vorrätig hatte. Bereits seit zwei Wochen ist Jolie in Budapest und viel wichtiger als die Inhalte ihrer ambitionierten
Arbeit sind freilich derartige Informationen, dass ihre Kinder in Buda die internationale französische Schule besuchen, Brad Pitt ihr mit den letzten zwei der insgesamten sechs
Kinder (eigene und adoptierte) nachreiste, beide für 11.000 EUR monatlich eine Villa am Normafa, einem der Budaer Toplagen, gleich neben der Schule gemietet haben. Auch
den am Set harrenden Fans gab man brav und geduldig Autogramme, und auch mit der Polizei, die alles absperrte, hielt man ein kleines Schwätzchen.
red.
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