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(c) Pester Lloyd / 45 - 2010 BUDAPEST 08.11.2010

 

Musikantendampfer 2.0

Ukrainisches Frachtschiff mit Attitüde:
Electrojazz und Balkanbeats auf dem A38 Budapest

Das A 38 gehört inzwischen zu den bekanntesten Veranstaltungsorten Budapests und hat das kulturelle Leben am Donauufer und im 11. Bezirk wesentlich geprägt. Auf die musikalischen Darbietungen moderner Subkultur kann man sich mit herzhafter Kost und einladenden Cocktails im zugehörigen Restaurant einstimmen.

Vorher

Nachher

Im November entsteht sommerliche Atmosphäre bei Reggae und Dancehall zur Eröffnungsparty des neuen Anbaus. Zu Electrojazz aus Deutschland kann kostenlos getanzt werden, der Ost-Klub Wien schickt seine beliebtesten World Music-Vertreter. Im Dezember stimmen die harmonischen Stücke von Yann Tiersen, dem Schöpfer des Filmsoundtracks zu „Die fabelhafte Welt der Amélie“, auf Weihnachten ein.

Hundertfünfzig Meter neben der Petöfi Brücke auf der Budaer Seite der Donau gelegen, befindet sich das als Veranstaltungsort umfunktionierte, ehemalige Frachtschiff Artemovszk 38, kurz A 38, benannt nach dem Prototypen, auf dem es basiert. Nach Fertigstellung der eineinhalb Jahre andauernden Restauration des 1964 erbauten, ukrainischen Steinfrachtführers im Jahre 2003, wurde es zu einer einfachen, aber eleganten Location für Konzerte, Tagungen, Film und Literatur. Das A 38 ist im vollständigen Besitz der Firma Zászlóshajó Ltd, welche die Sanierungskosten von 3 Millionen Euro finanzierte und neben der vollständigen Verwaltung des kulturellen Programms auch das Catering-Geschäft für das auf dem Schiffsdeck gelegene Restaurant übernimmt. Neben der Vermietung der Konzerthalle im Frachtraum ist dieses die Hauptumsatzquelle.

In Action

Kulinarische Genüsse mit der Donau im Blick

Neben der wunderschönen Aussicht von der Deckterrasse oder durch die großen Glasfenster des Innenraums kann man sich hier an einer klassisch delikaten Auswahl moderner europäischer Küche erfreuen. Die Speisekarte reicht dabei von Meeresfrüchten, über Lammfilet bis Kaninchenrücken. Als Imbiss vor dem Konzert werden Snacks wie Auberginencreme mit Toast oder Avocado auf Grapefruit für vier bis sechs Euro angeboten. Ungarische Cuisine kann in Form von Gulaschsuppe oder Quarkfleckerln genossen werden. Das Angebot an Wein, Bier und Cocktails stimmt auf die musikalischen Performances im Frachtraum des Schiffes ein, in dessen eigener Bar der Getränkekonsum unter Ersatz der Gläser durch Plastikbecher und der Cocktails durch Whiskey und Palinka fortgesetzt werden kann.

Für die hier gut achthundert platzfindenden Zuschauer bereitet das junge Team regelmäßig ein internationales Programm unterschiedlicher Stile von Jazz, über elektronische Musik zu World und Metal vor. Genregrenzen spielen dabei keine Rolle, solange es sich um Qualität und Originalität handelt. So wird das A 38 auch seiner Rolle als einziger ungarischer Vertreter im europäischen Netzwerk unabhängiger Kulturzentren, dem Trans Europe Halles (TEH), gerecht, ein Bündnis innovativer Kulturprojekte aus insgesamt 26 europäischen Ländern.

Wein, Illusionen und Wiens wichtigste Reggae-Künstler

Im November können im A38 wieder einige musikalische Entdeckungen gemacht
werden. Nachdem der Monat am Allerheiligen mit dem progressiven, skurrilen Sound der Experimental Rockband Pozvakowski im Rahmen des Japanese New Music Festival eröffnet wurde, wird er mit unkonventioneller, junger Musikkultur aus Europa fortgeführt.

Am Samstag, dem 13.11., 21.00 Uhr sind die elektronisch geprägten Klänge der modernen Jazzbands Voler Mouche aus Ungarn und L'egojazz aus Deutschland zu hören -eintrittsfrei.

Am Dienstag, 16.11. um 19.00 Uhr folgt eine große Eröffnungsparty mit Reggae, Dub und Dancehall zum neu fertiggestellten, durch EU-Gelder finanzierten Anbau des Schiffs, dem ArtBarge. Das mit dem Schiff verbundene Floß soll den Platz für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen erweitern und gleichzeitig als Anlegestelle für andere Boote dienen, so dass das A 38 nun auch direkt von der Donau aus erreicht werden kann. Die erste dort stattfindende Ausstellung präsentiert die künstlerischen Werke von Miklós Miltényi, dem Designer des A 38.

Am Donnerstag, dem 18.11., um 19.00 Uhr kann man beim Weindinner-Duell zwischen zwei der führenden ungarischen Winzer, Bolyki und Takler, exklusive Speisen und ausgezeichnete Tropfen zum Preis von 10 000 Forint (rund 37 Euro) genießen.

In der darauffolgenden Woche, am Montag, dem 22.11., 20.00 Uhr, präsentiert der aktuelle Weltmeister der Illusionisten zusammen mit dem Theatre of Humour and Illusions seine eben dies verheißende Show, der Eintritt beträgt 2000 Forint (rund 7,50 Euro) im Vorverkauf, beziehungsweise 2500 Forint an der Abendkasse.

Zwei Tage später, am Mittwoch, dem 24.11. um 20.00 Uhr geht es eintrittsfrei weiter mit Elektropunk aus Österreich, Fuckhead und Drama Und Stern produzieren krudes, digital vollendetes Musiktheater.

Für 1500 Forint, beziehungsweise 1000 Forint im Vorverkauf kann am Donnerstag, 25.11., 20.00 Uhr mit zeitgenössischer, tanzbarer Folklore der beliebtesten Bands des Ost Klub, Wiens führender Location für World Music, verfrüht ins Wochenende gestartet werden.

Am Freitag um 21.00 Uhr sendet uns Wien dann mit der zehnköpfigen Band Riddim Colony seine bedeutendsten aktuellen Vertreter der Reggae-Szene, welche das A 38 zusammen mit ihren ungarischen Kollegen mit lässigen Tönen und schnellen Rhythmen füllen werden.

Der Dezember wird am Donnerstag, 02.12., um 21.00 Uhr von dem Franzosen Yann Tiersen eröffnet, bekannt für seine Filmsoundtracks zu „Die fabelhafte Welt der Amélie“  oder „Goodbye Lenin“. Mit dem Konzert stellt er sein neu veröffentlichtes Album „Dust Lane“ vor. Der Eintrittspreis beträgt 5000 Forint (ca. 18,50 Euro)im Vorverkauf und 5700 Forint an der Abendkasse.

Luisa Stock

A 38 Hajo
Budai Also rakpart, 1507 Budapest
Weitere Informationen:
www.a38.hu

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