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(c) Pester Lloyd / 46 - 2010  WIRTSCHAFT 18.11.2010

 

Am laufenden Band

Quartalsergebnisse und Nachrichten aus Unternehmen in Ungarn

FHB: Bankensteuer frisst Gewinn - MOL: Gewinn versiebenfacht - Rába: Investitionen trotz Verlusten - Synergon: schwieriges Jahr - Danubius Hotels: Finanzgeschäft rettet Ergebnis - Siemens: beständiges Wachstum und mehr ungarische Lieferanten - Borsodi: Biermarkt bricht weiter ein und weitere Unternehmensnachrichten

 

FHB: Bankensteuer frisst Gewinn fast vollständig auf

Um fast 81% bricht im dritten Quartal der Gewinn nach Steuern bei der ungarischen FHB Bank ein, die sich vor allem auf Hypothekenkredite spezialisiert hat. Diesmal waren aber nicht die erhöhten Abschreibungen und risikorücklagen wegen der faulen Kredite der Grund für den Gewinnrückgang, sondern die außergewöhnlich hohen Belastungen durch die neue Bankensteuer, deren erste Rate im September fällig wurde. 1,7 Mrd. Forint musste die FHB dafür berappen, so blieben im dritten Quartal nur noch 277 Mio Ft., ca. 1 Mio EUR Gewinn nach Steuern übrig. Rechnet man die Sondersteuer heraus, hätte die Bank fast 40% Gewinnplus zum Vorjahr erwirtschaftet. Die Bankensteuer wird nicht auf den operativen Gewinn, sondern auf die Bilanzsumme berechnet.

MOL mit großem Gewinnzuwachs

Der Energiekonzern MOL kann im dritten Quartal einen Vorsteuergewinn von 92,1 Milliarden Forint ausweisen, fast das Siebenfache des Ergebnisses aus dem Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie stieg um 620% auf 1.091 Forint. Als Gründe werden geringer gestiegene Rohstoffkosten und steigende Gewinnmargen genannt sowie ein verbessertes Finanzergebnis. Die Umsätze legten um rund ein Viertel zu.

Rába investiert trotz Verlusten

Der traditionsreiche Autozulieferer Rába wird noch rund fünf Jahre brauchen, um wieder an die Umsätze von vor der Krise anknüpfen zu können. Das sagte Vorstandschef István Pinter auf einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation der Zahlen des dritten Quartals. Das Unternehmen rechnet in dieem Jahr mit ca. 40 Mrd. Forint Umsatz, ca. 5 Mrd. mehr als 2009. Bis September hat man Verluste von 576 Mio Ft. angehäuft, vor einem Jahr waren es noch dreimal mehr. Trotz der noch schwierigen Lage will man jedes Jahr 2 bis 2,5 Mrd. Forint in die Modernisierung der Produktion und die Weiterentwicklung von hochwertigen Produkten investieren.

Synergon mit Umsatz- und Gewinnrückgang

Das größte ungarische IT-Unternehmen Synergon meldet für das dritte Quartal Verluste von 469 Mio- Forint, aufgrund sinkender Umsätze und Gewinnmargen. Die Einnahmen gingen um 17% gegenüber dem dritten Quartal des Vorjahres zurück und lagen bei 3,2 Mrd. HUF. Im Gesamtjahr betrug der Umsatzrückgang ca. 8%, das Jahresergebnis steht zu Ende September bei -432 Mio HUF. Dabei stiegen die Umsätze bei der tschechischen Tochter um 19% auf 1,9 Mrd. HUF, in Ungarn betrug der Rückgang hingegen 12% auf 9,43 Mrd. HUF.

Danubius Hotels mit leichtem Aufwind

Die Danubius Hotelgruppe kann im dritten Quartal einen Vorsteuergewinn von 3,17 Mrd. HUF bilanzieren, fast 30% mehr als im Vorjahr. Nur zu einem kleinen Teil entspringen diese Zuwächse der Erholung im Tourismusmarkt, vor allem Gewinne im Finanzgeschäft halfen dem Unternehmen. Immerhin konnte man in Q3 8% mehr Umsatz verbuchen auf 14,26 Mrd. HUF während die Kosten im gleichen Zeitraum um 11% stiegen, allein 483 Mio HUF erlöste man aus Finanzgeschäften. Im Gesamtjahr liegt man noch immer 3% hinter den Umsätzen des Vorjahres, hofft aber bis Jahresende das Vorjahresergebnis noch zu überflügeln. Bisher steht man bei 737 Vorsteuerverlust im Vorjahr waren es 503 Mio HUF. Unterschiedlich entwickelten sich die Häuser in den Nachbarländern. In der Slwoakei gingen die Danubius-Umsätze um 5% zurück, in Tschechien legte man 1% zu, in Rumänien -2%.

Siemens will Anteil ungarischer Lieferanten erhöhen

Die Umsätze der ungarischen Siemens-Aktivitäten erreichten im am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr knapp 90 Mrd. Forint (+6%), wobei rund die Hälfte davon durch Exporterlöse, die andere Hälfte durch Verkäufe auf dem Binnenmarkt erwirtschaftet wurde. Der Gewinn ging gegenüber dem Vorjahr um 15% auf 4 Mrd. HUF zurück. Siemens will kein überhitztes Wachstum in der Region, sondern seine Position schrittweise stärken. Man beschäftigt derzeit 1.875 Menschen in Ungarn und will demnächst weitere einhundert einstellen. Außerdem soll der Anteil der ungarischen Zulieferer von zur Zeit rund 50% auf dann 70% angehoben werden. Damit hofft man, weiter für staatliche Projekte ein attraktiver Ansprechpartner zu sein. Im Zuge mit der globalen Strategie werden die beiden Unternehmensteile Siemens Erömütechnika und Transzformator in der Siemens Zrt. aufgehen.

Borsodi Brauerei erwartet weiteren Markteinbruch

Die Borsodi Bierbrauerei, letztes Jahr durch den Finanzinvestor CVC Capital Partners von Anheuser-Busch übernommen, erwartet erst ab kommendem Jahr wieder ein geringes, aber stabiles Wachstum von jährlich 1-3%. 2010 wird man man wohl auf dem selben Niveau wie 2009 beenden, mit einem Umsatz von rund 40,6 Milliarden Forint, den Vorsteuergewinn erwartet man bei 1,7 Mrd. Forint. Die seit 1973 aktive Brauerei, die rund ein Viertel des Inlandsmarktes abdeckt, erwartet für dieses Jahr einen Rückgang des ungarischen Biermarktes um 8-9% auf unter 6 Mio. Hektoliter. In diesem widrigen Umfeld ist man aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung, vor allem aber wegen der Inflation auch noch zu einer rund 5%igen Preiserhöhung gezwungen, bereits Anfang des Jahres zog man die Preise um 6-7% an.

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